Takers 2010
von Sabrina Železný / 12.10.10 00:19 Uhr
Film Kritik
Handlung
John Luessenhop führte Regie bei diesem adrenalintreibenden Actionfilm.
Fünf Jahre hat Ghost (T.I.) im Gefängnis gesessen – er wurde bei einem großen Coup seiner Crew erwischt, hat die anderen aber nie verraten. Dafür, findet er, sind sie ihm etwas schuldig. Sie sollen ihm bei einem letzten großen Deal helfen, bei dem es um richtig viel Geld geht.Seine einstigen Kumpanen sind zunächst skeptisch, denn alles muss binnen fünf Tagen passieren, und so kurzfristige Coups sind eigentlich nicht ihre Art. Sie sind Perfektionisten, die die Cops schon seit langem in die Verzweiflung treiben, aber nur genau einen Coup im Jahr landen. Zudem weiß keiner so recht, ob sie Ghost überhaupt trauen können. Aber die lockende Beute reizt sie schließlich doch – und so lässt sich das Team darauf ein, einen bewaffneten Geldtransport zu überfallen. Was sie in diesem Moment nicht ahnen: Die Polizisten Jack und Eddie, ein eingeschworenes Team, sind ihnen zu diesem Zeitpunkt bereits dicht auf den Fersen …
Kritik
Die Ausgangslage mag ein wenig nach "Ocean’s Eleven" und Konsorten klingen, aber "Takers" ist ganz bestimmt keine Komödie. Es ist ein Actionfilm um das alt vertraute Bankräubermotiv. Und Action wird auch geboten, genau so, wie man es von gutem Popcornkino erwartet: Es gibt Explosionen, Schießereien, Schlägereien und wilde Verfolgungsjagden, teilweise sehr gut in Szene gesetzt, sodass selbst Kinogänger, die keine hartgesottenen Actionfans sind, daran ihre Freude haben können. Vor allem die Verfolgungsjagdsequenz, in der einer der Diebe mittels atemberaubender Parcours-Techniken quer durch die Stadt zu entkommen versucht, macht beim Zuschauen einfach Spaß.An dieser Stelle könnte die Kritik auch schon wieder zu Ende sein, wenn "Takers" einfach nur ein Actionfilm wäre. Doch erfreulicherweise haben wir es hier mit einem Streifen zu tun, der eine entscheidende Sache macht: Er erzählt eine Geschichte, und zwar nicht – wie es in diesem Genre oft passiert – als schmückendes Beiwerk für die Actionszenen, sondern um ihrer selbst willen. Und in dieser Geschichte treten Figuren auf, die nicht nur ein Gesicht und zwei Fäuste, sondern auch einen Charakter und Tiefe haben.
Ziemlich schnell stellt man fest, dass Gut und Böse in diesem Film schwer zu verorten sind. Denn die Ganovenbande ist an sich ein ziemlich sympathischer Haufen – und mehr als ein Team eine Gruppe von Freunden. Da ist Gordon, kurz „G“ (Idris Elba), ein Schrank von einem Mann, der so melancholisch wie entschlossen wirkt und sich um seine drogenabhängige Schwester kümmern muss. Oder die Brüder Jesse (Chris Brown) und Jake Attica (Michael Ealy) – letzterer würde sich viel lieber auf seinen Jazzclub und vor allem seine Freundin Lilly konzentrieren, anstatt ein krummes Ding nach dem anderen zu drehen. John (Paul Walker) ist der kühle Kopf der Truppe und AJ (Hayden Christensen) der clevere Handwerker.
Umgekehrt haben auch die beiden Cops durchaus sympathische Züge. Eddie Hatcher (Jay Hernandez) hat einen nierenkranken Sohn zur versorgen, während es Jack Welles (Matt Dillon) nur selten gelingt, die Zeit mit seiner kleinen Tochter angemessen zu nutzen. Während man also zwar hauptsächlich mit den »Takers« mitfiebert, wünscht man doch gleichzeitig auch den beiden Polizisten Erfolgserlebnisse – erlebt sie aber auch als Menschen mit Schwächen und Fehlern, die durchaus unkontrolliert und unsympathisch auftreten können.
Einen unsympathischen Charakter gibt es allerdings, und das ist Ghost (Tip »T.I.« Harris), wortgewandt, smart und affektiert, ein Typ, den man nie so ganz zu fassen bekommt – eine schauspielerische Glanzleistung. Dieses ganze Set an Figuren – die Fülle ist gerade zu Beginn des Films ein wenig verwirrend – bekommt ausreichend Raum, und die Schauspieler liefern durchweg gute bis sehr gute Leistung ab. Der Cast kann sich schließlich auch sehen lassen, doch große Namen sind nicht immer ein Garant für gutes Schauspiel. Gerade bei einem Actionfilm ist das keine Selbstverständlichkeit, ebenso wenig wie die guten Dialoge.
Natürlich hat "Takers" auch Schwächen. Hier und da verlässt sich der Film schon sehr stark auf altbekannte Muster – natürlich gibt es auch eine böse Russenmafia, zum Beispiel, und wenn bei einer Schießerei gleichzeitig Zeitlupe und traurige Streicher einsetzen, dann ist das eine sehr deutliche Ankündigung, dass gleich jemand sterben wird. Das anfängliche Chaos in den Erzählsträngen und kleinere, offenbleibende Fragen kommen noch dazu.
Insgesamt aber fällt das alles wenig ins Gewicht, denn "Takers" ist in jeder Hinsicht mit Liebe zum Detail inszeniert, von der Kameraführung über die Actionszenen bis hin zum Drehbuch. Regisseur John Luessenhop betont, dass es ihm genau um die Menschlichkeit ging: »Es ist ein Actionfilm, aber gleichzeitig sind da viele Emotionen drin«, sagt er. »Und ich wäre richtig stolz wenn Leute mehr sehen als Karate, Autos oder Explosionen. Ich hoffe, dass es auch eine emotionale Resonanz hat.«
Fazit: "Takers" ist ein solides Actionspektakel auf einer gut erzählten Story mit plastischen Charakteren. Und wenn sich im Kopf des Zuschauers der Qualm der letzten Explosion legt, sind es diese Charaktere, die ihm im Gedächtnis bleiben.
Kommentare
Ich hasse es wenn die andere Synchronsprecher zum Einsatz kommen!
Paul Walker, Hayden Christensen und sogar Matt Dillon haben nicht ihre gewohnten Stimmen in dem Film.
Unverschämtheit :(
Werde den Streifen auf DVD abwarten und mir in O-Ton anschauen
Der Film ist tatsächlich viel besser als ich dachte. Der Cast ist richtig cool, die Charaktere und der Stil haben mir gefallen, die Action war gut, hatte auf jeden Fall meinen Spass. Am meisten gefreut hab ich mich ja auch Chris Brown, und siehe da, er bekommt auch noch die geilste Actionszene des Films spendiert, nice!
T.I. war auch ziemlich cool, um das aber nachzuvollziehen, rate ich den Film im Original zu schauen, denn dann wird man auch wissen, wieso. Fand seinen Slang nämlich sehr cool.
Gestört haben eigentlich nur ein paar Kleinigkeiten am Ende, ein paar Aktionen der Charaktere, die ich nicht nachvollziehen konnte. Aber was solls, funny movie, schaut ihn euch auf DVD an
Cooler Film! Am Beginn noch etwas schleppend, wird er mit zunehmender Laufzeit aber immer besser und wartet am Ende mit einigen sehr colen Actionszenen auf. Sympathische Charaktere, keine klare Aufteilung in gut und böse und die guten Schauspieler schaffen es sogar trotz der kühlen Hochglanzoptik und der hippen Musik leichte Emotionen zu wecken, auch wenn in einigen Szenen vielleicht sogar ein bisschen mehr drin gewesen wär. Nicht immer nachvollziehbare Aktionen der Charaktere rauben manchmal etwas die Spannung aber alles in allem ein sehr unterhaltsamer Actionthriller mit nem sehr coolen Cast.
Guter Film der zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lässt.
Wäre nicht das etwas dünne Ende und die zu oft eingesetzte Wackelcam, hätte der Film sogar sehr gut werden können.
Hat mir ausgesprochen gut gefallen. EIn toller Thriller mit einem tollen Cast, wie schon erwähnt und ein sehr geiler Look.
Hat von Aufbau und den Charakteren ein bisschen an Heat erinnert. Und die Schiesserei hier war auch nicht von schlechten Eltern!



