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Der Tag, an dem die Erde stillstand 2008

Originaltitel: The Day The Earth Stood Still
von Sebastian Stumbek / 08.12.08 01:13 Uhr


Film Kritik

103
Länder
USA, Canada
Genres
Thriller, Drama, Sci-Fi
Kinostart
11.12.2008

Handlung

Remake mit Keanu Reeves in der Hauptrolle

Er ist gekommen - Der Tag, an dem die Erde stillstand. Auf der ganzen Welt tauchen fremdartige Sphären auf, die global für Unruhen und Panik sorgen. Mit ihnen erscheint Klaatu (Keanu Reeves), Repräsentant einer mächtigen Allianz von fremden Planeten, die die Erde und die Menschheit schon seit geraumer Zeit beobachten.
Eilig stellt die US-Regierung ein Team von Wissenschaftlern zusammen, um das Rätsel der Erscheinungen aufklären und sich einer möglichen Bedrohung stellen zu können. Unter ihnen ist auch die Biologin Helen (Jennifer Connelly), die nach und nach das gesamte Ausmaß von Klaatu's Auftrag als „Freund der Erde" begreift.


Kritik

1951 erschien der Sci-Fi-Klassiker "Der Tag, an dem die Erde stillstand" vom Oscar-prämierten Regisseur Robert Wise als Schwarz-Weiß-Film und gilt heute als Kultfilm. 57 Jahre später nun ist ein Remake also durchaus legitim, immerhin dürfte der Klassiker der heutigen Generation weniger bekannt sein. Regie führt diesmal Scott Derrickson, der zuletzt den recht guten Horrorfilm "Der Exorzismus von Emily Rose" drehte. Der Film wurde auch gleichzeitig an die heutige Zeit mit ihren aktuellen Problemen angepasst, nämlich dass der Mensch nach und nach die Natur und damit sich selbst zerstört, im Original ging es dagegen noch um die Aggressionen der Völker untereinander. "Indem wir diesen Klassiker neu verfilmten, konnten wir etwas höchst Aktuelles, höchst Brisantes thematisieren", sagt Reeves. "Wir können davon erzählen, was unsere Erde heute bedroht. Unser Film spiegelt ganz aktuelle, ganz zeitgemäße Ängste wieder. Wir halten quasi den Verantwortlichen, sprich uns allen, den Spiegel vor. Wir zeigen, wie wir mit der Natur umgehen, und dass es höchste Zeit ist zu handeln, wenn wir nicht wollen, dass unsere Erde untergeht". Mit aktueller Thematik, eindrucksvollen Spezialeffekten und vielen guten Darstellern erscheint nun das Remake in den Kinos.

Vorab sei angemerkt, dass es recht merkwürdig ist, dass zu dem Film weltweit noch keine Kritiken existieren, obwohl er bereits diesen Donnerstag in den Kinos startet. Schuld daran sind zum einen sehr späte Vorabscreenings, zum anderen aber auch Embargos, die die Presse unterschreiben musste, dass vor dem 08.12.2008 keine Kritik veröffentlicht werden darf. Ob sich da jemand Sorgen um schlechten Vorab-Buzz zum Film macht? Muss nicht unbedingt sein, im Fall von "Der Tag an dem die Erde stillstand" aber leider schon.

Welchen Eindruck und welche Erwartungen hat man, wenn man sich Trailer zum Film ansieht? Richtig, man erwartet einen effektgeladenen Sci-Fi Film, in dem die Post abgeht. Explosionen hier, Kampfflugzeuge da, der allesfressende Nebel (übrigens eine Art Insektenschwarm) der alles auseinander nimmt...so zumindest wirken die Trailer. Schnell macht sich aber die Ernüchterung breit, das es sich hier wieder um einen typischen Fall von gutem Trailer, weniger gutem Film handelt. Dabei beginnt der Film noch recht ordentlich. Wir sehen die Biologin Helen (Jennifer Connelly), wie sie gleich zu Beginn von den Behörden abgeholt wird um schnell eskortiert zu werden, da es sich um eine dringende geheime Angelegenheit handelt. Schnell  wird also Spannung aufgebaut, und schnell landet auf der Erde, genauer gesagt in New York, eine riesige glühende Kugel, aus der der außerirdische Klaatu (Keanu Reeves) mitsamt seinem "Roboter" Gort entsteigt. Man sieht die fassungslosen Menschen, keiner weiß so recht, wie er mit der Situation umgehen soll und der Zuschauer schaut gespannt zu. Auch die ersten Momente, nachdem Klaatu mitgenommen wird, die ersten Kontaktversuche unternommen werden und man versucht mit Klaatu zu verhandeln, sind noch ziemlich interessant ausgefallen. Von da an geht es aber auch schnell bergab mit der Spannung (und das ist recht früh im Film). Denn sobald Klaatu auf freiem Fuß ist, die Biologin Helen ihn die ganze Zeit davon zu überzeugen versucht, dass die Menschen sich ändern können (damit Klaatu die Erde nicht vom Menschen säubert) und die anschließende Reinigung der Erde sind leider alle ziemlich unspektakulär ausgefallen bzw. nur in Ansätzen gut ausgeführt.

Zunächst einmal wird die Beziehung zwischen Klaatu und Helen ziemlich oberflächlich und unglaubwürdig dargestellt. Helens Handeln ist oft unglaubwürdig, das ihrer Mitmenschen im Umfeld auch, und Klaatu's Meinung nimmt auch ziemlich schnell neue Wege ein, die durch die auslösenden Ereignisse absolut unglaubwürdig erscheinen. Auch die Dialoge hätte man besser schreiben können, teilweise wirken sie etwas albern. Aber der Film lässt es dafür doch wenigstens ordentlich krachen, oder? Nein, tut er nicht. Was im Trailer noch wie ein bombastischer Action/Sci-Fi/Katastrophenfilm wirkt, ist es letztendlich leider doch nicht. Der allesfressende Insektenschwarm, den man im Trailer sieht, nimmt auch wirklich nur das auseinander, was man bereits aus dem Trailer kennt, nämlich einen LKW und ein Stadion. Das war's auch schon, es sei denn man zählt noch ein Straßenschild dazu. Gort, der große Roboter, darf in einer Szene einige Raketen abschießen und zerstört 2 Flugzeuge. Im großen und ganzen waren das bereits die Actionhighlights. Denn beim Rest handelt es sich nur noch um Kleinigkeiten die man nicht dazuzählt. Damit ist "Der Tag, an dem die Erde stillstand", nicht nur storytechnisch, was die zwischenmenschlichen (bzw. außerirdischen) Beziehungen und deren Handeln angeht, nicht gut genug ausgearbeitet und unglaubwürdig, der Film ist einfach auch ziemlich ereignislos. Dabei sind die Effekte, wenn dann mal doch was geschieht, wirklich erstklassig gelungen, schade dass man davon nicht mehr zu sehen bekommt.

Keanu Reeves spielt mal wieder die coole, wortkarge Rolle, die er in beinahe allen seiner letzten Filme spielte und unterscheidet sich damit nicht groß von Neo oder Constantine. Aber was soll's, immerhin passt er damit mal wirklich hervorragend in seine Rolle als außerirdischer Klaatu. Die überaus talentierte Jennifer Connelly macht als Biologin Helen wie immer einen sehr guten Job, Jayden Smith, übrigens Sohn von Will Smith, geht als Kinderdarsteller auch durch. In einigen Nebenrollen sieht man zudem auch noch Kathy Bates als US-Verteidigungsministerin, John Cleese als Physiker, John Hamm ("Mad Men") und Robert Knepper ("Prison Break"). Ein insgesamt also recht guter Cast.

Fazit: Leider ist "Der Tag an dem die Erde stillstand" nicht das Effektfeuerwerk geworden, das es versprach - zu ereignislos ist er dafür. Auch inhaltlich weist der Film einige Mängel auf. Schade, denn so ist der Film bestenfalls Durchschnitt und kann auch ruhig erst auf DVD angeschaut werden.

Kommentare


Bumblebert
04.12.09 14:47 Uhr

Der Film ist eine große Sauerei. Heißer Kandidat für meine Flop 10 Filme!


ComaDelirium
04.12.09 14:54 Uhr

Tja.....was soll man zu DEM Streifen noch gross sagen ausser: AUA?


Kaspian
24
04.12.09 14:55 Uhr

Kein Vergleich zum Original..um bei der Premiere dabei sein zu können( in unserm Kino) hab ich auf ein Suuuuuuuperbayernspiel verzichtet.


TDurden
49
04.12.09 21:10 Uhr

eine kleine enttäuschung. aber ich hab auch nciht zu viel erwartet


PrinzessinLillifee
14.12.09 14:08 Uhr

sinnloser film, eigenartiges ambiente, einfach nur schwaches ende


TheSmurf
14.12.09 14:14 Uhr

Lillifee ich stimme die nur zu gerne zu. Hatte mich auf ein starkes Remake gefreut und wurde enttäuscht.


Tara
73
07.05.10 01:15 Uhr

Hab ihn auch nur wegen Keanu ausgeliehen LOL hm was soll man sagen irgendwie sehr lahme Story..aber trotzdem sehenswerte bilder auf Blue Ray :-)


EastClintwood
13.02.11 22:36 Uhr

Die junge Nervtöhle von Smith's Lenden trifft auf Gesichtakrobat Kianu Riefs mit magischer Schuhcreme und Robocop als 'Best Buddy'.
Pluspunkte: Jennifer Connelly und John Cleese.


Demise
49
26.12.11 16:04 Uhr

Hier gammelt der Fisch wirklich zu sehr...schlechte Neuauflage


Tara
73
23.01.12 14:13 Uhr

also hab den gestern mal wieder gesehn, je öfter ich den sehe desto besser gefällt er mir..die story hat doch was...bald werden sie kommen um unseren Planeten vor uns selbst zu retten :D coole idee