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50/50 - Freunde fürs Überleben 2011

Originaltitel: 50/50
von Anne Facompré / 21.01.12 03:05 Uhr


Film Kritik

100
Länder
USA
Genres
Komödie, Drama
Kinostart
03.05.2012

Handlung

Eine Komödie über ein ernstes Thema: Joseph Gordon-Levitt wird einen 27-jähriger Mann spielen, der erfährt, dass er unter einer sehr seltenen und tödlichen Form von Krebs leidet.

Seine Familie und Freunde, angefangen von seinem frauenverrückten  besten Kumpel Kyle (Seth Rogen), über seine unsichere Freundin Rachel (Bryce Dallas Howard), bis hin zu seiner herrischen aber liebevollen Mutter (Anjelica Huston), versuchen ihn in dieser schweren Zeit mit allen Mitteln die ihnen zur Verfügung stehen zu helfen. Dabei kommen auch einige sehr komische und bizarre Methoden zur Anwendung. Es geht um zwei Männer, die sich mit den Themen Freundschaft, Liebe und Überleben auseinandersetzen müssen, ohne eine konkrete Reihenfolge.

Kritik

Auf den ersten Blick wirkt ein Film über Krebserkrankung wenig erbauend, aber dennoch ist die Thematik der tödlichen Krankheit schon oft Stoff des einen oder anderen Hollywoodstreifens gewesen. So lockte der Blockbuster "Beim Leben meiner Schwester" 2009 Millionen ins Kino und rührte die Zuschauer zu Tränen. Auch der deutsche Regisseur Andreas Dresen hat das Thema jüngst aufgegriffen und mit "Halt auf freier Strecke" Ende letzten Jahres großes Lob eingeheimst.

Ständig aktuell und wegen der individuellen Erfahrung niemals gleich, ist und bleibt das Thema Krebs eines, dass die Menschen bewegt und leider nicht selten persönlich betrifft. So ist es kein Wunder, dass Regisseur Jonathan Levine sich nur zu gerne der leicht autobiographischen Geschichte seines Autoren Will Reiser angenommen und mit "50/50 - Freunde fürs (Über)leben" einen durchaus sehenswerten Film geschaffen hat.

Joseph Gordon-Levitt hat sich in den letzten Jahren erfolgreich vom Seriendarsteller ("Hinterm Mond gleich links") zum ernstzunehmenden Hollywood Jungdarsteller hochgespielt ("Inception", "500 Days of Summer") und er macht seinem Ruf auch in "50/50" alle Ehre. Wenn einem aber Seth Rogen ("Beim ersten Mal", "Superbad", "Zack and Miri make a Porno") auf einem Filmplakat entgegen lächelt, so denkt man immer noch oft an spaßige, aber wenig ernstzunehmende Komödien, die auch gerne mal unter die Gürtellinie abtauchen. Dies wäre allerdings eine wenig akkurate Beschreibung für "50/50", denn hier handelt es sich um ein durchaus ernstes Thema, welches hier und da auf sehr gelungene Art und Weise mit Humor unterlegt ist, aber niemals an Niveau verliert. Zwar benutzt Adams bester Freund gerne mal die ein oder andere Profanität zuviel und Mädels aufreißen ist sein liebstes Hobby, aber Rogen schafft es trotzdem, Kyle realistisch und verletzlich darzustellen.  Er verpasst dem Film die nötige Leichtigkeit und Kyle vermag es, mit gelungenen Sprüchen und dem Einsatz leichter Drogen dafür zu sorgen, dass auch Adam nicht in der Schwere versinkt.

Allen voran brilliert aber Joseph Gordon-Levitt in seiner Rolle. Er verkörpert Adam realistisch und durchweg glaubwürdig. Von aufgesetzten oder überzogenen Emotionen keine Spur. Levitt wirkt so echt, dass er dem Film, hier und da den Flair einer Dokumentation verleiht. Ohne in Selbstmitleid oder große Dramatik zu verfallen, aber dennoch so emotional überzeugend und facettenreich, schafft es Levitt, Adam nicht nur ursympathisch darzustellen, er nimmt dem Zuschauer auch jegliche Möglichkeit, sich dem Mitfühlen zu entziehen.



Auch Anna Kendricks Darstellung der komplett überforderten und wirklich verunsicherten Psychologiestudentin Katherine ist hervorragend. Obwohl sie jedes Fettnäpfchen mitnimmt, schafft sie es, zu Adam durchzudringen und ihm im Umgang mit der Diagnose zu helfen. Auch hier paaren sich tragische Momente wunderbar mit herzhafter Komik und das Zusehen ist ein Genuss.

Durch das gelungene Zusammenspiel der drei Jungstars und unterlegt mit einem herrlich passenden und wunderschönen Soundtrack bestehend aus Klassikern und Stücken von "LOST"-Komponist Michael Giacchino, ist "50/50" durchweg sehenswert.

Mit "50/50" nimmt Levine uns mit auf eine Reise zwischen Drama und Komik, zwischen Tragik und Leichtigkeit und zwischen Leben und Tod. Das Herzstück des Films liegt ohne Frage in den so realistisch wirkenden Beziehungen zwischen den Protagonisten und Adams Schicksal wird auch den Zuschauer nicht kalt lassen. Zunächst gefasst, stellt Adam sich der Diagnose und versucht, Ruhe zu bewahren. Aber es dauert nicht lange, bis er merkt, dass sich die Krankheit nicht nur auf ihn, sondern auch auf sein Umfeld erheblich auswirkt. Während Adams Mutter am liebsten sofort bei ihrem Sohn einziehen würde, so wendet sich seine gänzlich überforderte Künstlerfreundin Rachel zunehmend von ihm ab. Auch Adams bester Freund Kyle ist betroffen und, normalerweise immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, findet auch er sich plötzlich in der Hilflosigkeit wieder und ihm macht Adams Diagnose sichtlich zu schaffen, auch wenn er sich dies ungern anmerken lässt und nur heimlich auf dem Klo Krebsratgeber liest um dem Freund beizustehen. Wenn man der Verzweiflung seiner Mutter, der Gleichgültigkeit des an Alzheimer erkrankten Vaters, der Unbeholfenheit von Kyle und den Bemühungen von Psychologin Katherine zusieht, kann man kaum anders, als emotional betroffen zu sein.



Fazit: Die Chancen, dass dieser Film gefällt, stehen weitaus besser als 50/50.

Kommentare


siBBe
65
24.11.11 14:39 Uhr

Nett gemachte Tragikomödie. Am besten gefallen hat mir Seth Rogen, coole Rolle die er spielt und einige coole Jokes gehen auf sein Konto. Anna Kendrick ist totally sweet, Bryce Dallas Howard nervt. Levitt finde ich eh immer cool, dies hier war zwar nicht seine größte Rolle, da hatte er mir in Hesher oder 500 Days of Summer einfach noch mehr gefallen, aber dennoch macht er seine Sache ganz gut.

Persönlich bin ich kein Fan von Filmen die Krankheiten thematisieren. Gabs zu oft und ist auch nich unbedingt das was ich sehen will. Daher wars vll ganz gut dass ich vor dem schauen nicht wusste, worums in dem Film geht, sonst hätt ich wahrscheinlich keine Lust drauf gehabt. Aber trotz dieser Hürde ist der Film ganz gut gewesen, hat einige lustige Momente zu bieten, ebenso einige emotionale, kann man sich also ruhig anschauen. Allein schon Rogen wegen.


filmdiva
24.11.11 14:44 Uhr

Ich will den auch sehen! Dein Kommentar lässt mich frohlocken, denn in der Regel setze ich deine wohlwollenden 4 Sternen noch einen obendrauf (oder wir liegen wieder beide meilenweit auseinander) ;)


marki
73
26.11.11 07:50 Uhr

Ein toll gespielter Film, witzig aber auch mit vielen dramatischen Szenen. Konnte mich auch stellenbeweise berühren. Einer der schönsten und hoffnungsvollsten Filme 2011.


dkr
49
dkr
26.11.11 11:47 Uhr

vielleicht liegt es daran, dass ich grad breaking bad schaue, oder neulich von love life in den bann gezogen wurde. mir kam 50/50 sehr glattgebügelt vor. der film hatte einige starke momente sowie ein tolles darstelleraufgebot, allerdings hat zum beispiel seth rogan die aufgabe gehabt, ernste themen mit witzen totzuschlagen. für mich ging die mischung aus humor und ernstem thema nicht auf.


SilentBob
21.01.12 11:16 Uhr

Ich kann der Kritik nur zustimmen. Die Mischung aus Komödie und Drama war meiner Meinung nach sehr gelungen, die Schauspieler sind toll und der Soundtrack passt auch großartig. Wenn Adam kurz vor seiner Operation steht und noch ein letztes mal Vater und Mutter sieht wird das wohl kaum jemanden unberührt lassen. Alles in Allem ne sehr gelungene Tragikomödie mit vielen lustigen aber auch emotionalen Momenten.


bogi86
21.01.12 12:43 Uhr

Ja, hört sich gut an, wird auf jeden Fall mal gesichtet!

@Anne: Willkommen auf MR und danke für deine Kritik :)


Anne
82
21.01.12 17:35 Uhr

Danke, danke :) Und gern geschehen!


mjk89
22.01.12 04:03 Uhr

Die Kritik liest sich sehr gut und den Film werde ich mir bestimmt ansehen, nach dieser tollen Bewertung, auch wenn ich mittlerweile eigentlich schon genug Filme zu diesem Thema gesehen habe.


Tara
23.01.12 18:57 Uhr

Kritik grad gelesen hört sich interessant an der ganze Film und die Story sowieso, und Seth Rogen hat in dem Film, So wie das Leben spielt , gezeigt das er auch bei ernsteren Filmen mitspielen kann,obwohl er noch nicht so richtig glaubwürdig in solchen Rollen rüberkommt! Aber irgendwie finde ich ihn sympathisch..ich denke das wäre ein film den ich mir anschauen würde, zwar nicht im kino aber als DVD daheim definitiv.


Tejay
22.04.12 11:31 Uhr

Ach Mensch noch bis Mai warten. :(
Auch einer der Filme, die ich in 2012 sehen möchte.