Logo

39

Robin Hood 2010

von Sebastian Stumbek / 12.05.10 03:06 Uhr


Film Kritik

148
Länder
USA, UK
Genres
Action, Drama
Kinostart
13.05.2010

Handlung

Ein mittelalterlicher Thriller, eine faszinierende Liebesgeschichte und ein mitreißendes Abenteuerepos - „Robin Hood".

Die Heldentaten Robin Hoods sind oft erzählt, allseits bekannt und fester Bestandteil unserer modernen Mythologie. Sie gelten als strahlendes Beispiel für Abenteuerlust und den Kampf um Gerechtigkeit, wenn Robin und seine Männer den korrupten Machenschaften in Nottingham den Kampf ansagen und einen Aufstand gegen die Krone führen, der das Machtgefüge ihrer Welt für immer verändern wird. Und ob man diesen Robin nun als Dieb oder Helden sieht, er wird zum ewigen Symbol für die Freiheit seines Volkes.

Nach dem Tode König Richards lässt der begnadete Bogenschütze Robin (Russell Crowe) den Krieg gegen die Franzosen hinter sich und kehrt zurück nach England, in ein durch Korruption und einen brutalen Sheriff gebeuteltes Nottingham. Schnell verliebt er sich in die willensstarke Witwe Lady Marion (Oscarpreisträgerin Cate Blanchett), die anfangs allerdings überaus skeptisch ist, was ihn und seine Beweggründe angeht. Nicht zuletzt um ihre Hand zu gewinnen, versammelt er eine Truppe Gleichgesinnter und gemeinsam mit seinen Männern macht er dem Sheriff einen Strich durch seine gierige Rechnung und macht jagt auf die Reichen, wobei er die Beute an die Armen verteilt. Doch seine von Jahrzehnten des Krieges geschwächte Heimat hält noch eine weitaus größere Aufgabe für Robin parat. So machen sich ausgerechnet dieser unwahrscheinlichste aller Helden und seine Verbündeten auf, einen blutigen Bürgerkrieg zu verhindern und England wieder zu neuem Ruhm und Glanz zu verhelfen.


Kritik

Die Produktion von "Robin Hood" verlief alles andere als nach Planung. Nachdem der Regieposten an Ridley Scott vergeben wurde und damit die lange Suche beendet war, kamen sogleich etliche weitere Probleme und Umstrukturierungen. Zunächst hiess es, Russell Crowe, der in einem Ridley Scott Film natürlich nicht fehlen darf, würde eine Doppelrolle spielen, nämlich die des Robin Hoods und die des Sheriffs von Nottingham. Diese Idee wurde letzendlich aber über Bord geworfen. Nachdem man mit Mark Strong endlich den passenden Gegenspieler und mit Cate Blanchett eine starke Lady Marion gefunden hat kam endlich alles in geordnete Bahnen.

Ridley Scott auf dem Regieposten eines Films wie "Robin Hood" ist natürlich eine fantastische Wahl. Der Regisseur hat in der Vergangenheit schon oft bewiesen, dass er episch-groß angelegte Filme visuell wunderbar umsetzen kann, sei es in "Königreich der Himmel" oder in "Gladiator", der Mann versteht einfach sein Fach wie kaum ein anderer. "Robin Hood" stellt da keine Ausnahme dar, auch hier bekommt man einen visuell wunderschönen Film geboten. Seien es die schön gestalteten Sets, die gewählten Kameraeinstellungen mitsamt einiger Spielereien wie Slow-Motion an geeigneter Stelle oder die gekonnt in Szene gesetzten Schlachten, "Robin Hood" macht optisch einiges her und enttäuscht in dieser Hinsicht nicht.

Wohingegen der Film ein wenig enttäuschend ausfällt ist beim Erzählen seiner Geschichte. Die Idee, nicht die altbekannte Geschichte ein weiteres Mal zu erzählen, die man schon zig Mal gesehen hat, sondern eine Vorgeschichte zu liefern, ist soweit ganz gut. Statt "Robin Hood" als bekannte Legende zu sehen, der im Wald lauert und das Geld den Reichen klaut, um es den Armen zu geben, sehen wir die Entwicklung dorthin, sein davor geführtes Leben, das ihn schliesslich zur Legende werden lies. Klingt soweit erstmal spannend, ist es letzendlich aber leider doch nicht ganz. Obwohl der Film actiontechnisch nicht sparsam ist, treten immer wieder Längen auf und der Zuschauer kann sich nicht so richtig für das Geschehene begeistern. Das liegt zum einen daran, dass der Film sehr chaotisch und hektisch beginnt und sich im Nachhinein oft mit Nebensächlichkeiten zu lange aufhält. Das mag nun recht abschreckend klingen, glücklicherweise ist das kein Dauerzustand, der Film hat nämlich auch zahlreiche tolle Momente zu bieten, doch um so richtig in Fahrt zu kommen fehlt es einfach an einigen Ecken am Feinschliff. Auch emotional ist man von Scott schon wirkungsvolleres gewohnt gewesen. 

Im letzten Viertel nimmt der Film aber nochmal richtig Fahrt an und liefert zumindest ein spannendes, visuell beeindruckendes und emotional packendes Finale, das den Zuschauer für einige Mängel zuvor wieder entschädigt. Hätte man soviel Feingefühl im ganzen Film zuvor bewiesen, hätten wir es hier mit einem wahren Knüller zu tun.

Die Musik wird von Marc Streitenfeld beigesteuert, der mit Scott zuvor schon an "Der Mann der niemals lebte", "American Gangster" oder "Ein gutes Jahr" zusammen arbeitete. Der Soundtrack von "Robin Hood" ist insgesamt sehr gelungen und unterstützt die schönen Bilder auf der Leinwand bestens.

Vom Cast kann man auch nichts schlechtes erwarten. Russell Crowe liefert wie immer eine super Performance ab, alles andere wäre bei ihm auch verwunderlich. Er ist bislang der älteste Darsteller, der in die Rolle des Robin Hoods schlüpfen durfte, was der Rolle aber ganz gut tut, er passt einfach bestens hinein. Cate Blanchett, eine der wohl besten weiblichen Darstellerinnen Hollywoods, braucht sich hinter Crowe nicht zu verstecken und ist somit ein geeigneter weiblicher Gegenpart zu ihm. Sie verleiht Lady Marion die nötige Stärke, den Stolz und die innere Zerbrechlichkeit, die der Charakter auszustrahlen hat. Mark Strong ist zwar ein super Darsteller, aber da er mittlerweile in jedem Film den Bösewicht spielt geht das einem mittlerweile schon ein wenig auf die Nerven ihn schon wieder in solch einer Rolle zu sehen. Nichts gegen seine Performance, er macht seine Sache als Badass Godfrey richtig gut, doch wird es an der Zeit, dass er auch mal wieder andere Rollen annimmt. Abgerundet werden die schauspielerischen Leistungen noch von einem sehr guten Nebencast, worunter sich unter anderem William Hurt, Oscar Isaac oder Max von Sydow befinden, die allesamt sehr gut sind.

Fazit: Man will den Film lieben, kann es aber nicht. Es gibt vieles, was er großartig macht, aber leider auch einiges, was er vernachlässigt. Lohnt sich der Kinogang trotzdem? Auf alle Fälle, denn "Robin Hood" ist nach wie vor ein schöner Film, doch ist es nicht der ganz große Knüller geworden, den man sich vielleicht erhofft hat, da hat Ridley Scott in der Vergangenheit schon besseres abgeliefert.

Kommentare


Tara
28.02.10 14:21 Uhr

Ich steh auf solche filme, wird angeschaut!


Rocketgirl22
23.04.10 19:44 Uhr

Russel Crowe glänzt in solchen Filmen!! A la Gladiator!!


tarantino
04.05.10 00:06 Uhr

Nach diesem Interview mit Ridley Scott hab ich hohe Erwartungen.
http://www.cinema.de/kino/f...


KittyBale
04.05.10 01:11 Uhr

Habe gerade den Trailer auf RTL gesehen.. scheint interessant zu werden..


Bumblebert
12.05.10 09:35 Uhr

Ich habe immernoch kein Interesse den zu sehen...


Vampy1981
12.05.10 10:53 Uhr

Geht es nur mir so oder ist der Erscheinungstermin falsch gesetzt? Verbinde Robin Hood immer mit Winter, Weihnachten usw. Liegt wohl am Disney Film der immer um Weihnachten kommt!


Onepunchmickey
12.05.10 11:37 Uhr

hmmmm.... also der Kritiker vom Sat 1 Frühstücksfernsehen war heut morgen hin und wech von dem Film... und die von Sibbe klingt naja.. nicht so überschwänglich


Freeman
57
12.05.10 13:48 Uhr

Ui klingt gar nicht soo gut. Vor allem wenn man bedenkt, dass siBBe ein Riiiiiesen-Scott Fan ist....

@siBBe: Schön, dass Du die ursprüngliche Idee mit Crowes Doppelrolle erwähnt hast. Der Film sollte damals auch den mutigeren Titel "Nottingham" tragen. Ich denke dieser Weg wäre auf jeden Fall der Bessere gewesen und find es immer noch schade, dass Scott dann doch eher einen "Standard-Film" gemacht hat.


Vampy1981
12.05.10 14:08 Uhr

@OPM

Also auf diesen "Kritiker" (Brille, Pummelig, Halbglatze und ein nerviges Auftreten) würde ich nicht vertrauen! Ich glaube,dass der bei jedem Film seine Liste abwürfelt. 1 - sehr gut - "Tolle Kostüme, Detailverliebtheit, hervorragende Story mit genialer Mimik und Gestik...BLA,BLA..."

Bin eher skeptisch... werde ihn nicht kucken!


siBBe
65
12.05.10 14:09 Uhr

Ja ich tu mich echt schwer mit Robin Hood. Standard Film würde ich nicht sagen, Robin Hood war schon cool. Aber er hat mich einfach nicht umgehaunen, es hat einfach einiges gefehlt um ihn auf das nächste Level zu befördern, Dinge die ein Gladiator oder ein Königreich der Himmel hatten, der hier aber nicht. 4 Sterne sieht nun mager aus und irgendwie tuts mir selbst leid weil ich ihm so gerne mehr geben will, hab auch überlegt 4.5 draus zu machen, aber ich sag ja ist schwer. Meine Begleitung fand den Film zB totlangweilig und kaum auszuhalten. Denk mal der wird seine Zuschauer auch spalten, einige die ihn toll finden und einige die enttäuscht sein werden. Aber hey Leute schaut ihn euch an, er ist auch seine Weise trotzdem cool und wenn ihr zwischen Iron Man 2 und den wählen müsst, nehmt den ;)