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Inception 2010

von Jane Fritsche / 22.07.10 11:57 Uhr


Film Kritik

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Länder
USA, UK
Genres
Drama, Sci-Fi, Mystery, Thriller
Kinostart
29.07.2010

Handlung

Der neue Film von "The Dark Knight" Regisseur Christopher Nolan.

Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) ist ein begnadeter Dieb, der absolut beste auf dem Gebiet der Extraktion, einer kunstvollen und gefährlichen Form des Diebstahls: Cobb stiehlt wertvolle Geheimnisse aus den Tiefen des Unterbewusstseins, wenn der Verstand am verwundbarsten ist – während der Traumphase. Dank seiner seltenen Begabung ist Cobb in der heimtückischen, neuen Welt der Industriespionage heiß begehrt. Doch diese Existenz hat auch ihre Schattenseiten: er wird auf der ganzen Welt gesucht und hat alles verloren, was er liebte. Eines Tages bietet sich ihm die Chance zur Rettung: Ein letzter Auftrag könnte ihm zu seinem alten Leben zurück verhelfen, aber nur, wenn ihm das absolut Unmögliche gelingt: die so genannte INCEPTION. Statt eines perfekt ausgeführten Diebstahls müssen Cobb und sein Spezialistenteam das genaue Gegenteil vollführen. Ihr Auftrag lautet nicht, eine Idee zu stehlen, sondern eine einzupflanzen. Sollte ihnen das gelingen, wäre es das perfekte Verbrechen. Doch kein noch so ausgetüftelter Plan oder geballtes Fachwissen bereitet das Team auf diesen brandgefährlichen Feind vor, der jeden ihrer Schritte vorauszuahnen scheint. Ein Gegner, den nur Cobb hat kommen sehen.

Kritik

„Gedanken sind wie ein Virus oder ein Parasit. Wenn sie sich einmal im Kopf festgesetzt haben, entwickeln sie sich immer weiter.“
 
Christopher Nolan´s („Batman Begins“, „The Dark Knight“) neuestes Werk stellt sich keiner geringeren Aufgabe als etwas völlig Neuartiges zu erschaffen, etwas, dass der Zuschauer nie zuvor gesehen hat. Die Welt innerhalb von „Inception“ löst, kurz gesagt, die Existenz von Raum und Zeit auf. Schon lange hegt die Menschheit den Wunsch Realitäten außerhalb der gegebenen Naturgesetze zu kreieren. Das freie Erschaffen von gefühlter Wirklichkeit im Traum ist erst der Beginn von „Inception“, denn das Manipulieren des Unterbewusstseins steht im Mittelpunkt der Handlung, letztendlich ist die Gedankenwelt des Anderen das begehrte Ziel.
 
Jeder andere Regisseur wäre mit diesem Projekt vermutlich zum Scheitern verurteilt gewesen, denn die Komplexität der Handlung, die unglaubliche Fülle an Details und der visionäre Stil erfordern eine Weitsicht und Wissen, wie es nur ganz wenige Regisseure verstehen und in der Lage sind umsetzen.
 
„Man schafft die Traumwelt. Man bringt das Subjekt in diesen Traum, und es füllt ihn mit seinen Geheimnissen.“ (Dom Cobb)
 
Das Konzept von „Inception“ ist bahnbrechend und hebt die Möglichkeiten der Vorstellungskraft auf ein völlig neues Level. Immer wieder spielen sich Szenen ab, die eigentlich unglaublich sind, etwa die Flurszene, in der keine Schwerkraft existiert. Die Flut an Bildern, Ideen und neuen Dimensionen strömen auf den Zuschauer ein und nehmen ihn völlig gefangen.
 
 „Du darfst dich nicht scheuen, eine Nummer größer zu träumen“. (Eames)
 
Nolan stellt alles Vorhergesehene in den Schatten und beweist eindrucksvoll, dass er zu den kreativsten Köpfen Hollywoods gehört. Das Drehbuch ist ausgefeilt bis ins winzigste Detail und die einzelnen Szenen greifen ineinander wie die Zahnräder eines Uhrwerks. Die Eröffnungsszene erhält am Ende eine völlig neue Bedeutung und bis dahin durchlebt der Zuschauer eine emotionale Achterbahnfahrt, bei der garantiert kein Stein auf dem anderen bleibt.
 
Die Kombination aus einer visuellen Bilderschlacht und einer ausgeklügelten Handlung geht Hand in Hand und macht „Inception“ zu einem Gesamtkunstwerk. Die Vorstellung dessen, was Christopher Nolan über das Bewusstsein und das Unterbewusstsein zu Tage fördert, verlangt höchste Konzentration und komplexes Denken. Aber nicht nur die Ideen sind brillant, auch in seiner Umsetzung bricht der Regisseur nach „The Dark Knight“ wieder alle Rekorde. Die Explosion in Paris wurde beispielsweise mit 1000 Bildern pro Sekunde gedreht, um eine extreme Zeitlupensequenz zu erhalten, das Ergebnis ist einfach nur phänomenal. Ein anderes Set wurde auf einer gigantischen Wippvorrichtung erbaut, um die Illusion der räumlichen Verschiebung so realistisch wie möglich zu machen und zugleich auf so viel wie möglichen Computereffekte zu verzichten.
 
Technisch ist der Film ein Fest für die Augen. Mit bis zu sechs Kameras gleichzeitig gefilmt, meist kam die Handkamera zum Einsatz, um näher und agiler am Geschehen teilzunehmen. Kameramann Wally Pfister arbeitete bereits mehrfach mit Christopher Nolan zusammen, erschuf wieder einzigartige Bilder vor seiner Linse und somit die perfekte Illusion. Der hervorragende Schnitt von Lee Smith trägt maßgeblich dazu bei, dass der Zuschauer lange im Dunkeln tappt und die Spannung nie abreißt. Allein die Szene mit dem fallenden Transporter ist in seiner Wirkung auf die Wahrnehmung von Zeit kaum zu steigern.
 
Gedreht wurde in sechs verschiedenen Drehorten (Tokio, England, Paris, Tanger, Los Angeles und Calgary), dabei war die Crew unterschiedlichsten Wetterbedingungen ausgesetzt. Auch wenn Leonardo DiCaprio bei 40 Grad in Marokko durch die Gassen von Tanger hetzen musste oder in Los Angeles ein ganzes Set unter Wasser gesetzt wurde, was zählt ist das Ergebnis und das kann sich mehr als sehen lassen.
 
Ähnlich vielschichtig wie die Handlung sind auch die Figuren des Films. Im Cast finden sich die talentiertesten Darsteller unserer Gegenwart wieder. Leonardo DiCaprio spielt Dom Cobb, dem Extraktor, also demjenigen der als Dieb in die Gedankenwelt anderer einbricht und sich ihrer Geheimnisse bemächtigt. Marion Cotillard („La vie en rose“, „Public Enemies“) ist als undurchsichtige Femme Fatal Mal zu sehen, auch der „Schatten“ genannt. Mit Ausnahme von DiCaprios und Cotillards Charakter ist jede Figur klar definiert und fügt eine maßgebliche wichtige Komponente der Handlung bei. Mit dem Fortschreiten der Ereignisse verwischen nach und nach die Konturen von Gut und Böse, von Traum und Realität.
Arthur, von Joseph Gordon-Levitt ("(500) Days of Summer") verkörpert, ist der treue Wegbegleiter Cobbs und kümmert sich um die Details der Operation. Gordon-Levitts Part erforderte extreme physische Anstrengung und Ausdauer und diese meiserte der vielseitigeSchauspieler mit Bravour.
Den wohl kompliziertesten Part übernahm die ausdrucksstarke Ellen Page („Juno“), die mit ihrer Rolle der „Architektin“ Ariadne die Leitung des Labyrinths aus nicht weniger als drei Träumen innerhalb eines Traumes inne hat. Tom Hardy („Rock N Rolla“, „Bronson“) mimt den Fälscher Eames, ein rätselhafter Charakter, der die Persönlichkeiten anderer Menschen innerhalb eines Traumes annehmen kann. Komplettiert wird das Gespann vom „Touristen“ Saito, eine weitere und größere Rolle von Nolan für Ken Watanabe, nach „Batman Begins“ und auch Michael Caine hat einen kleinen Auftritt. Außerdem sind Cillian Murphy als Robert Fischer, Jr. und Dileep Rao („Avatar“) als „Apotheker“ zu sehen.
Bereits in seinem ersten „Batman“ -Film reaktivierte Nolan mit Rutger Hauer einen einstigen Star, der etwas in Vergessenheit geriet. Tom Berenger, feierte in den 80er Jahren große Erfolge („Platoon“, „Die Indianer von Cleveland“) und kann hier sein Comeback feiern.
 
Kongenial untermalte Komponist Hans Zimmer den Film mit seiner Musik. Dachte man bereits nach „Sherlock Holmes“, er hätte seinen Zenit erreicht, stellt Zimmer mit dem Soundtrack von „Inception“ eine Arbeit vor, mit der er durchweg positiv überrascht. Die Arbeit mit einem gewaltigen Bläserchor und der Gitarre (gespielt von Johnny Marr, Gittarist von „The Smiths“) verfügt über immens viel Kraft und Raffinesse und verstärken noch zusätzlich die visuellen Eindrücke. Im Mittelpunkt steht jedoch „Non, Je ne regrette rien“ (dt. „Ich bereue nichts“) von Edith Piaf. Bei einem Perfektionisten wie Nolan hat das Chanson gleich mehrere Bedeutungen und fügt sich als Hauptmotiv in das Gesamtkonzept ein.
 
Fazit: Christopher Nolan hat es mit „Inception“ geschafft den Film des Jahres zu drehen. Es wird in nächster Zeit nichts Vergleichbares geben, das ihn an genialen Ideen, phänomenaler Ausstattung und komplexen Figuren das Wasser reichen kann. „Inception“ ist ein visionärer Thriller in Perfektion und eine emotionale Irrfahrt ohne Gleichen. Genial!

Kommentare


marki
98
27.02.10 13:03 Uhr

Der meisterwartete Film 2010...für mich jedenfalls!!!


Borsti1982
05.03.10 20:16 Uhr

Ich kann mir immer noch nicht so ganz vorstellen, um was es in dem Film überhaupt geht...


Onepunchmickey
05.03.10 20:18 Uhr

ich hab die vermutung das es für das jahr 2010 das wird, was damals matrix für 1999 war....


ComputerVampir
12.04.10 18:44 Uhr

schreib ich hier auch mal rein dass ich schon übel gespannt auf den film bin ^^


KittyBale
03.05.10 03:47 Uhr

seine Arbeit an batman war schon klasse, memento hatte ich schon vor jahren gesehen und dieser film bestärkte mich in der tatsache, christopher nolan wird einer der besten regisseure der nächsten jahre sein..


marki
98
20.05.10 17:51 Uhr

Auf IMDB steht jetzt die Laufzeit: 142 Minuten..hört sich vielversprechend an...


Tara
98
01.06.10 00:22 Uhr

Bin zwar nicht so ein Leo Fan, aber auf den bin ich echt gespannt..wird bestimmt ein Hammer film!!


marki
98
01.06.10 00:39 Uhr

It will blow your Mind =D


DonJose7
06.06.10 15:45 Uhr

wenn er halb so gut wird wie seine bisherige Filme (Christopher Nolen) kann er nur gut werden.


Paprika
100
20.07.10 12:30 Uhr

In 9 Tagen geb ich mir die volle Ladung Nolan-DiCaprio!!!