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Fame 2009

von Sebastian Stumbek / 08.12.09 13:05 Uhr


Film Kritik

105
Länder
USA
Genres
Drama, Musical, Comedy , Family, Romance
Kinostart
24.12.2009

Handlung

Die Neuauflage und Neuinterpretation des Musicals von 1980.

An der weltberühmten New Yorker School of Performing Arts werden nur die besten Studenten angenommen. Für Malik, Jenny, Denis, Alice und Kevin ist es die große Chance, ihren Traum von einer Profikarriere zu verwirklichen. In fieberhaftem Eifer kämpfen die jungen Tänzer, Musiker und Schauspieler täglich darum, ihr außergewöhnliches Talent unter Beweis zu stellen. Trotz großer Konkurrenz teilen sie in der Gruppe ihre Sorgen und Nöte, erleben die erste große Liebe und stellen sich gemeinsam den Herausforderungen auf ihrem Weg zum Ruhm. Denn ihre Träume kennen keine Grenzen!

Kritik

1980 erschien das erste "Fame", das sogar zwei Oscars für den besten Song und den besten Soundtrack gewinnen konnte. Fast 30 Jahre später erscheint nun die peppige Neuauflage von Regisseur Kevin Tancharoen, der zuvor nur Musikvideos oder Misik-Casting-Shows drehte. Auch wenn man sich im Grundaufbau an das Original gehalten hat, reichte das Können Tancharoens aus, daraus eine moderne, unterhaltsame Version zu zaubern?

Angesiedelt ist "Fame", wie schon das Original, an der High School of Performing Arts in Manhattan, die tatsächlich exisitiert und jedes Jahr zahlreiche Künstler anzieht, die um einen der begehrten Plätze kämpfen, um dort vielleicht ihren Traum zu erfüllen. Der Film führt anfangs eine Vielzahl verschiedener Charaktere ein, die sich um einen Platz bewerben, ihn bekommen und begleitet sie auf ihrem Weg durch ihre 4-jährige Ausbildung, indem zwischen den jeweiligen Personen immer hin und her geschaltet wird. Dabei werden alle möglichen Schicksale hindurch behandelt: Schüler, deren Traum sich verwirklicht, Schüler, die trotz harter Arbeit scheitern und denen einfach das Talent fehlt, Schüler die vorzeitig abspringen um ihre eigene Karriere zu starten und solche, die dabei auf die Nase fallen, da sie übers Ohr gehauen werden.

Ist ja alles schön und gut, aber das große Problem am Ganzen ist: Es ist total lieblos inszeniert, besitzt keinerlei Tiefe und pläzschert nur so vor sich hin. Man kann zu keinem der Charaktere eine Bindung aufbauen, so dass es einem ehrlich gesagt auch völlig egal ist, wie deren Schicksal ausgeht und wodurch Langeweile vorprogrammiert ist. Stattdessen kratzt der Film nur an der Oberfläche der Charaktere, reduziert sie auf ihr jeweiliges Talent und versucht das Ganze durch 1-2 Liebesgeschichten aufzulockern, was aber auch nicht wirklich weiter hilft. Hätte man stattdessen den Fokus wenigstens noch auf einen der Charaktere gesetzt und zumindest einen von ihnen tiefgründiger in die Geschichte eingeführt, so dass der Zuschauer wenigstens eine Identifikationsfigur besitzt, hätte es "Fame" sicherlich ganz gut getan.

Zwischendurch gibt es einige Gesangseinlagen und hin und wieder wird auch getanzt, beides allerdings seltener als zuerst angenommen. Begeistern kann "Fame" aber in beiderlei Hinsicht nicht wirklich, was besonders zum Finale hin ganz deutlich zu erkennen ist. Hier gibt es von allen Schülern zum Abschluss ihrer Schulzeit einen großen Auftritt, bei dem man hätte erwarten können, dass nochmal zum Ende hin richtig auf den Putz gehauen wird, stattdessen bekommt der Zuschauer eine müde, lostlose Show präsentiert, die eine Grundschulklasse wahrscheinlich genauso gut hinbekommen hätte.

Beim Cast handelt es sich größtenteils um eher unbekanntere Namen. Zuschauer der Casting Show "So you think you can dance" werden sich über das Auftreten von Kherington Payne freuen, wobei sie auch sehr schnell enttäuscht sein dürften, denn ihr Talent darf sie hier nicht wirklich unter Beweis stellen. Auch Debbie Allen, die schon im Original mitspielte und die man als eine der Jurymitglieder aus "So you think you can dance" kennt, hat hier einen kurzen Auftritt. Ansonsten finden sich hier viele weitere Jungdarsteller im Cast, wovon einige einen ganz ganz ordentlichen Job machen, einige wiederum weniger.

Fazit: Wozu sollte man sich einen Film ansehen, der im Grunde keine richtige Story besitzt und der keinen Spass macht, da dem Zuschauer die einzelnen Charaktere völlig egal sind? Langweilen kann man sich auch woanders. Bei uns startet "Fame" zu Weihnachten, wer sich die Feiertage unbedingt versauen will kann einen Blick wagen, aber schraubt die Erwartungen lieber ganz weit runter.

Kommentare


Onepunchmickey
08.12.09 14:08 Uhr

Also für jemand der Step Up / STep up 2 klingt die Kritik so als könnte man sich einen Kinobesuch sparen...


duffman
08.12.09 17:48 Uhr

Ich kann solche Filme nicht leiden. Aber scheinbar gibt es ja eine Fanbase, sonst würde man nicht solche Filme produzieren.
Ich werde jedenfalls nicht ins Kino gehen...


Batista
09.12.09 02:21 Uhr

Jo ist auch nicht mein Lieblingsgenre, aber Streetstyle oder Save the Last Dance waren schon ganz cool...


siBBe
32
09.12.09 02:43 Uhr

Leute verwechselt FAME bloss nicht mit nem Tanzfilm wie Streetstyle, Step Up oder Save the last dance! das ist KEIN Tanzfilm! Es gibt Tänzer, ja, aber es gibt auch Sänger, Schauspieler, Regisseure und sonstige Künstler an der Schule auf der der Film spielt


Batista
09.12.09 03:04 Uhr

Ja aber da wird ja auch getanzt...klar ist singen die mehr, aber soweit ich weiß tanzen die da auch rum... ;)


Paprika
17.12.09 11:37 Uhr

Mhn... ich mag die Ästhetik solcher Filme immer sehr. Ich denke, spätestens auf DVD werde ich ihn mir ansehen, damit sich mein Auge an schönen Körpern und akrobatischen Darstellungen erfreuen kann.


ADAMGOLDNIK
20.12.09 17:24 Uhr

Kann nur eines Sagen Die Musick begleitung fand ich ok. und paar gute auschnitte waren nicht schlecht.
Sondern einmal anguken kann ma den.


badger
22.12.09 00:37 Uhr

Ich bin soeben aus dem Kino zurück..... und kann mich der Kritik hier voll und ganz anschliessen! Langweilig, lieblos inszeniert, viel zu wenig Musik und Tanzszenen.... grosse Einschlafgefahr..

Das Remake kann dem Original in keiner Art und Weise das Wasser reichen! Spart Euch das Eintrittsgeld und schaut Euch einen anderen Film an.....


EastClintwood
06.12.10 20:16 Uhr

Fam(e)mos in den Sand gesetzt wurde der Film zwar nicht, gut wird er dadurch aber leider auch nicht. Zu "normal" sind die Figuren [Ghettojunge will groß rauskommen, Mädchen will lieber singen doch autoritäre Eltern verbieten ihren Wunsch, reiches Mädchen rebelliert gegen ihre Eltern usw.]. Die Musik - und Tanzszenen sind im Großen und Ganzen anschaubar und der ein oder andere leichte Schmunzler war auch dabei. Doch das große Happy End war des Guten ein wenig zuviel. Achja, wer Spoiler findet darf sie behalten!