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4

A Very Harold & Kumar 3D Christmas 2011

von Daniel Krüger / 01.02.12 22:18 Uhr


Film Kritik

90
Länder
USA
Genres
Komödie
Kinostart
tbd

Handlung

Harold & Kumar lassen es im mittlerweile dritten Film diesmal an Weihnachten wieder so richtig krachen...

Nach sechs Jahren der Trennung haben sich Harold und Kumar neue Freunde gesucht und bereiten sich nun getrennt voneinander auf das Weihnachtsfest vor. Als jedoch ein mysteriöses Paket versehentlich an Heiligabend bei Kumar ankommt, endet sein Versuch es zu Harolds Haus umzuleiten in einer weiteren lustigen Katastrophe...

Kritik

Vollrausch die Dritte! Hollywood lässt erneut seine Kifferikonen Harold (John Cho) sowie Kumar (Kal Penn) von der Leine und beglückt Fans der Reihe mit dem wohl unchristlichsten Weihnachtsabenteuer seit Bad Santa. Da die Geschichte nahezu unerträglich simpel ist, und viele Witze im dritten Anlauf an Reiz verlieren, ist es umso relevanter, dass unser (Anti?)Heldenduo wieder zu Hochtouren aufläuft und nichts von seiner perfekten Chemie verloren hat. Doch was hat den Figuren eigentlich den längst gefestigten Kultstatus beschert? Die Sympathiewerte sind wohl nur dadurch zu erklären, dass die beiden Protagonisten stets zugedröhnt durch die Geschichte stolpern – und somit exakt auf einer Wellenlänge mit ihrem Zielpublikum liegen. 

Gaststar Danny Trejo schafft es, die entfremdeten Freunde erneut auf gemeinsame Irrwege zu schicken. Als Harolds grimmig dreinschauender Schwiegervater strahlt er pure Verachtung für den mittlerweile sattelfesten Ex-Kiffer aus. Doch an Weihnachten ist das zweitrangig; Trejo hat seinen über Jahre hochgezüchteten Tannenbaum zum Fest mitgebracht und möchte Harold eine Chance geben, um sich mit der zukünftigen Familie zu arrangieren. Dumm nur, dass Kumar aufkreuzt und der Baum auf weihnachtswunderliche Art und Weise durch einen Joint in Brand gesteckt wird. Nun tickt die Uhr: in wenigen Stunden muss ein neuer Baum her...

Und so beginnt erneut eine Odyssee, an deren Humor sich die Geister scheiden werden – entweder man findet zugekokste Kleinkinder und einen an einem Stahlrohr festgefrorenen Penis witzig, oder eben nicht. Die angesprochene Zielgruppe wird auch ein drittes Mal lachen und ihre bodenständigen Helden innerlich anfeuern. Innerlich? Wie auch sonst, der Griff zur Pizzaschachtel ist doch schon anstrengend genug gewesen. Doch eben die Tatsache, dass sich die moralische Sicht auf das Leitthema „Marihuana“ in den letzten Jahren - weg von der Verteuflung und hin zur geduldeten, wenn nicht sogar gesellschaftlich akzeptierten Droge - verändert hat, raubt 'A Very Harold & Kumar 3D Christmas' etwas von der rotzigen Attitüde, die der zelebrierte Graskonsum in den vorherigen Teilen noch mit sich brachte. 

Da die vielen Witze über Dope die Zuschauer immer mehr in Lethargie lullen, wurde den beiden Nachtjacken nun der 3D-Effekt als legaler Wachmacher zur Seite gestellt. Nachdem Kumar den Saal im Opener noch mit dem wohligen Dunst seiner Tüte eingenebelt hat, prasseln im Laufe des Films zahlreiche Glassplitter, ein Tischtennisball, silikonhaltige Nonnen und auch ein lächerlich großes Knetgemächt auf den Zuschauer ein. Was in der Oper früher der Paukenschlag war, ist in 'Harold & Kumar 3' also der 3D Effekt. 

John Cho und Kal Penn trotzen abermals allen Widrigkeiten des Drehbuchs sowie den sich wiederholenden Gags, überzeugen mit ihrem unnachahmlichen Talent kindlichen Spaß mit derbem Wortwitz zu versöhnen und ziehen die Zuschauer wieder in den Bann der einmaligen Comedy-Reihe. Und da Regisseur Todd Strauss-Schulson sich im repetitiven Schema offensichtlich pudelwohl fühlt, erhält auch Neil Patrick Harris einen weiteren Gastauftritt. Der How I Met Your Mother Star nimmt süffisant sein reales Coming-Out auf die Schippe, erzählt von seiner Zeit im Himmel und gibt sich als widerlicher Macho. Der Auftritt von Harris ist ebenso gelungen wie die Anspielungen auf diverse Klassiker des weihnachtlichen Kinos und der Feel-Good Effekt, welcher sich einstellt sobald die Protagonisten Santa Klaus versehentlich mit der Schrotflinte in den Kopf schießen. Wie das alles am Ende wieder zusammenpasst? Muss wohl an der Wellenlänge liegen...

Fazit: Der dritte Teil der Harold & Kumar Reihe macht in Bezug auf Humor und Dramaturgie genau dort weiter, wo 'Flucht aus Guantanamo' endete. Das sympathische Hauptdarstellerduo trotzt den zahlreichen Abnutzungserscheinungen und beschert uns eine herrlich unbesinnliche Weihnachtskomödie. 

Kommentare


siBBe
57
22.01.12 13:46 Uhr

Weiss gar nich wirklich wie ich den Film finden soll. Es gab so viel bescheuertes, was ich nicht lustig fand, aber auch wieder so viel bescheuertes, was mich doch zum lachen brachte. Der zweite Teil ist definitiv besser, was daran liegt, dass mir das ganze Weihnachtsthema hier schon nicht so liegt. Der Film ist nun auch in 3D, veralbert die Technik aber pausenlos. Dennoch ging mir auch das dann irgendwann auf den Keks, wenn permanent Dinge dem Zuschauer entgegengeworfen werden um zum 100. Mal zu zeigen "Hey wir sind auch 3D". Von daher unnötig.
Danny Trejo sorgt für einen lustigen Moment, Neil Patrick Harris darf natürlich nicht fehlen und sorgt für seinen obligatorischen Cameo, ansonsten gibts das, was man von Harold und Kumar eben erwartet, jede Menge Drogen, nackte Frauen, Sex und ein beklopptes Abenteuer. Die Jokes zünden dabei nicht mehr so gut wie beim zweiten Teil, einiges ist einfach schon ZU abgedreht um noch lustig zu sein, allerdings sind die beiden einfach zu sympathisch und sorgen das ein oder andere Mal doch für einen guten Lacher. Für Fans also zu empfehlen


EastClintwood
02.02.12 08:09 Uhr

Coole Kritik. Da ich beiden ersten sehr lustig fand, wird dieser bei Gelegenheit natürlich auch geschaut :)


bogi86
02.02.12 17:33 Uhr

Muss endlich mal einen der Vorgänger sehen, um zu schauen, obs mir gefallen könnte...


FoundFootage23
30.04.12 14:31 Uhr

Also der 3. "Harold & Kumar"-Film ist im November letzten Jahres in Amerika erschienen - schade das er da nicht auch gleich uns fröhliche Weihnachten gewünscht hat. Der bekommt einfach keinen Termin für Deutschland :( Das ist traurig - hoffentlich wird es dieses Jahr zur vorweihnachtlichen Zeit so weit sein.
Ich habe ihn mir dann doch auf englisch angeschaut, die Vorfreude war zu groß. Ich muss sagen der Film ist sehr stimmig. Auch wenn die Story mit 3 Sätzen gesagt werden kann, entstand doch durch die Dialoge, dem Einsatz der 3D-Technik und durch Neil Patrick Harris alias Neil Patrick Harris ein perfekt-verrückter Weihnachtsfilm. Ich hoffe sehr dass er auch bei uns in 3D in den Kinos laufen wird.