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DON - The King is Back 2011

Originaltitel: DON 2
von Jane Fritsche / 01.02.12 03:57 Uhr


Film Kritik

140
Länder
Deutschland, Indien
Genres
Action, Thriller, Drama, Mystery, Crime
Kinostart
16.02.2012

Handlung

Don ist zurück!

Gansterboss Don (Shah Rhuk Khan) lässt sich freiwillig in Gefängnis bringen, um sich dort wieder mit seinem einstigen Gegenspieler Vardhaan (Boman Irani) zusammenzuschließen. Nach einer spektakulären Befreiungsaktion aus dem Hochsicherheitstrakt landen beide in Berlin. Sein Ziel ist es, die Euro-Druckplatten einer deutschen Bank zu stehlen. Die toughe Polizistin Roma (Priyanka Chopra) ist Don wieder dicht auf den Fersen und erhält dabei Unterstützung von der deutschen Justiz, in persona des Det. Jens Berkel (Florian Lukas). Die Jagd beginnt...

Kritik

Der Ruf des Superstars eilt Shah Rukh Khan voraus, auch wenn ihn hierzulande nur eine eingefleischte Fangemeinde seinen neuen Produktionen entgegenfiebert. Sein Name steht für fleischgewordenes Bollywood des neuen Jahrtausends und die Zuschauerzahlen, die er ins Kino lockt sind unvergleichlich – wenn auch nur im asiatischen Raum.

Vielen dürfte der erste Teil „Don - Das Spiel beginnt“ entgangen sein, im Kino lief er 2006 lediglich auf der Berlinale und begann seinen Run dann auf DVD, wie die meisten Indien-Produktionen in Deutschland. Dreh- und Angelpunkt ist der Verbrecherkönig Don, ein durchtriebener Krimineller, der keine Skrupel kennt und den nichts von seinem Vorhaben abbringt. Ein typischer Villian, nur eben mit dem Star des Romantic-Cinemas – eine Wendung, die außer Shah Rukh Khan so gut wie keinem indischen Schauspieler in seinem Heimatland verziehen wird. Mit Ausnahme vielleicht von Amitabh Bachchan, den das indische Kinopublikum wie einen Gott verehrt. Bachchan verkörperte 1978 das erste Mal den zwielichtigen Gangster Don und nun geht King Khan mit der Figur in die zweite Runde, nur um jetzt richtig aufzudrehen.

Film bleibt Geschmackssache – insbesondere wenn es sich um den indischen Blockbuster dreht. „Don 2 - Das Spiel geht weiter“ versucht nun ernsthaft auch das europäische Publikum für sich zu einzunehmen. Äußere Kriterien wie das fast vollständige Fehlen der berühmt-berüchtigten Tanz und Gesangseinlagen und eine mit 140 Minuten knapp bemessene Spielzeit sprechen dafür. Ebenso die für einen Bollywoodfilm untypisch konstruierte Handlung, aufgebaut auf Spannung und Täuschungsmanöver, wobei man ihn nicht ernsthaft mit gängigen Thrillern wie etwa „The Italian Job“ oder „Die üblichen Verdächtigen“ vergleichen sollte. So weit lehnt sich auch nicht der König aus seinem Fenster. Das wäre für einen indischen Unterhaltungsfilm dann doch zu fremd, aber eine Steigerung der Storyidee von „Don“ gelingt ihm trotzdem.

Im Vergleich zum ersten Teil konzentriert sich der Film nunmehr ganz auf seinen Star und wie er bestmöglich in Szene gesetzt wird. Die Kampfszenen, sein Look, jede Bewegung soll den coolen Charakter des Badboy Don unterstreichen. Für eine Fortsetzung ist die Figur durchaus konsequent weiterentwickelt und für Shah Rukh Khan ein Heimspiel, denn er kann seinen Spieltrieb ungebremst ausleben. Nur seine Gegenspieler sehen in „Don 2“ etwas blass aus, Arjun Rampal aus dem ersten Teil besaß weitaus mehr Charisma als der sympathische, aber kampfuntaugliche Boman Irani oder der aufgepumpte Nawab Shah, dem es zwar nicht an Muskeln aber dafür an Talent fehlt.
Die Zusammenarbeit mit den deutschen Darstellern, insbesondere mit Florian Lukas, gestaltet sich erfrischend harmonisch. Das mag daran liegen, dass alles in dem Film immer darauf abzielt, besonders cool und lässig zu wirken. Nur hätte man es unterlassen sollen die  heimischen Figuren besonders Deutsch aussehen zu lassen. Das ist kein Problem dieses Films, eher ein typisches Phänomen bei ausländischen Produktionen und sorgt für einige (unfreiwillige) Lacher.

Als Location wurde neben exotischen Drehorten in Malaysia, Mumbai auch Berlin gewählt, wobei fast zur Hälfte sich das Geschehen in der Hauptstadt abspielt. Ob Gendarmenmarkt, das Brandenburger Tor oder die East-Side-Gallery, die Wahrzeichen der Stadt werden bestmöglich genutzt, um rasante Verfolgungsjagden zu inszenieren. Aufwendige Slow-Motion-Effekte und großzügige Panoramabilder lassen Berlin im imposanten Licht erscheinen – ein Dank vom hiesigen Tourismusverband ist gewiss.

Die üblichen Gesangseinlagen fehlen bis auf den mit E-Gitarre und Synthesizer dominierenden Titelsong „The King Is Back“ sowie einer Tanzperformance von Priyanka Chopra und Shah Rukh Khan im Abspann. Der Soundtrack vom Trio Shankar-Ehsaan-Loy unterstreicht mit seinem Mix aus indischem Discosound, schnellen Beats und einigen Klassikelementen gelungen die Thrilleratmosphäre.

Fazit:
Bollywood meets Berlin, eine Mischung die sich verträgt, aber nicht wirklich Überraschungen parat hält. Fans des indischen Films werden signifikante Merkmale wie Gesang, Tanz und eine ausufernde Lovestory fehlen. King Khan inszeniert sich selbst – das wird seinen Fans gefallen. Das sonstige Publikum wird der im Grunde zahme Gangsterplot und die aus Hollywood gewohnten Actioneffekte nur bedingt beeindrucken. King Khans Versuch seine Zielgruppe in Europa zu erweitern, kann trotzdem als Erfolg gewertet werden und sich im Kino sehen lassen.

Kommentare


siBBe
24
01.02.12 18:10 Uhr

Ich sags ungern, da ich selbst will, dass Bollywood hier auf MR mehr anklang findet. Habe schon großartige Filme aus Bollywood gesehen, DON 2 war leider nicht meins. Ich mochte die Story nicht, der Film zog sich zu sehr, die langweilige Action entschädigte auch nicht und SRK ging mir mit seinen überzogenen Ober-Fiesling-Macho-Sprüchen auf den Sack. Wenn ihr aber riesen SRK Fans seid und den ersten toll findet schaut euch auch ruhig DON 2 an. Glaub unter Fans kommt der ganz gut an. Ansonsten schöne Kritik :)


bogi86
11.02.12 12:18 Uhr

Mit 140 Minuten knappe Spielzeit? Oha, wie lang läuft denn ein üblicher Bollywood-Film?
Bei aller Offenheit für Neues, aber Bollywood-Filme reizen mich so 0, gar nicht.
Der Trailer sah auch eher lächerlich aus, also auch wenn die Kritik (bzw. Janes Kritik ;)) doch recht gut ausfällt, kein Film, den ich mir anschauen werde...