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8

Einmal ist keinmal 2012

Originaltitel: One for the Money
von Daniel Krüger / 10.02.12 19:00 Uhr


Film Kritik

93
Länder
USA
Genres
Thriller, Komödie, Crime
Kinostart
19.04.2012

Handlung

Katherine Heigl jagd ihren Ex...

Stephanie Plum (Katherine Heigl) ist jung, selbstbewusst, voller hochfliegender Pläne ... und sie ist pleite. Die meisten Möbel hat sie inzwischen verkauft, ihren Wagen musste sie abgeben. Auf Geheiß ihrer wenig begeisterten, aber stets überhilfsbereiten Eltern kann sie jedoch bei Vinnie, ihrem Vetter und Inhaber einer Kautionsagentur anheuern. Der braucht dringend einen Ersatz für einen erkrankten Detektiv – und schließlich locken 50.000 Dollar bei erfolgreichem Abschluss eines Falls! Obwohl Stephanie nicht die geringste Ahnung hat, was ein Kautionsdetektiv überhaupt machen muss, stürzt sie sich voller Eifer in ihren ersten Fall – und tappt dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste. Oder haben Sie schon einmal gehört, dass sich ein Detektiv in seiner eigenen Wohnung überfallen lässt? Leider entpuppt sich der Mann, auf den sie angesetzt ist, auch noch als ihre einstige Jugendliebe Joe Morelli (Jason O’Mara). Die beiden kennen sich seit Kindertagen, und eigentlich hatte sich Stephanie geschworen, für den Rest ihres Lebens die Finger von ihm zu lassen. Aber was sind gute Vorsätze bei einer Provision von 50.000 Dollar? 

Kritik

Das Dilemma begann mit der durchaus unterhaltsamen Komödie 'Beim ersten Mal' und steigerte sich über '27 Dresses', 'Die nackte Wahrheit' zu 'So spielt das Leben' und nun 'Einmal ist keinmal'. Durch eine Vielzahl von schablonenhaften Romantic-Comedys hat es Katherine Heigl in den letzten Jahren geschafft, sich einerseits zur Ikone der weiblichen Kinogänger zu stilisieren, es andererseits aufgrund seichter Rollenwahl so weit getrieben, ihre aus 'Grey's Anatomy' bekannte Schauspielkompetenz komplett zu untergraben. Auch wenn die US-Amerikanerin mit den deutschen Wurzeln in Interviews selbst über die permanent wiederkehrenden Motive in ihren Filmen lachen kann, scheint sie wenig an ihrem Image als anspruchsloses, aber finanziell lukratives Hollywood–Schätzchen ändern zu wollen. Der englische Originaltitel von 'Einmal ist keinmal' scheint Katherine Heigls aktuelle Ambitionen passend auf den Punkt zu bringen: 'One for the Money'. 

In 'Einmal ist keinmal' schlüpft die stets vorteilhaft ausgeleuchtete Blondine in die -von Autorin Janet Evanovich erdachte- Figur Stephanie Plum. Plum ist Pleite, wird im Laufe der Geschichte jedoch alle ihre Probleme durch ihr großes Herz, ihre ehrliche Art und ihren neuen Job als Kautions-Detektiv lösen können. Der Zufall wünscht es, dass die kesse Quereinsteigerin ihren Ex-Liebhaber Morelli (Jason O'Mara) als ersten Fall auf dem Schreibtisch findet. Dieser ist nach einem Mord auf der Flucht und verspricht ein saftiges Kopfgeld für ihr leeres Bankkonto. Im Zuge ihrer Ermittlungen kommen Stephanie jedoch Zweifel an der Schuld des charmanten Übeltäters...

Wer sich durch die Inhaltsangabe an den Jennifer Aniston Film 'Der Kautions-Cop' erinnert fühlt, sollte sich nicht blenden lassen - denn 'Einmal ist keinmal' trumpft mit einer Innovation auf, die Heigl-Fans scharenweise vor die Bildschirme ziehen wird: Die Blondine hat ihre Haare gefärbt! Fantastisch! Endlich ein dramaturgischer Kniff inmitten sich wiederholender Liebeleien mit dem vermeintlichen Mörder und dementsprechend abgeschmackten Dialogen. Tatsächlich bietet 'Einmal ist keinmal' ausschließlich Versatzstücke des Genres, bekannte Textzeilen und austauschbare Charaktere. 

Regisseurin Julie Ann Robinson belässt den Fokus vehement auf ihrem Zugpferd und versäumt es dabei, den potentiell wendungsreichen Kriminalfall spannend zu erzählen. Das große Finale wirkt ebenso belanglos wie diverse Nebendarsteller; egal ob "Grandma" Debbie Reynolds, "Ranger" Daniel Sunjata oder "Objekt der Begierde" Jason O'Mara. Neben dem unumstrittenen Star Heigl darf sich niemand durch einen interessanten Charakter oder gar gutes Schauspiel auszeichnen – wenig überraschend, schließlich ist 'Einmal ist keinmal' nichts Anderes als ein weiteres herzloses Starvehikel. Musikalische Anleihen an klassische Cop-Movies und entsprechende Sets sind nur Fassade für die berechenbare One-Lady Show, glaubwürdige Szenen sucht man vergebens und die zahlreichen Logiklöcher (Stephanie Plum vergisst Täter und Tatwaffe im Wald) kappen schlussendlich den roten Faden der Geschichte. 

Fazit: Katherine Heigl leuchtet erneut die tiefsten Abgründe der romantischen (Krimi)Komödien aus und muss ein weiteres Mal auf alleinigen Zuspruch ihrer immensen Fangemeinde hoffen. Denn wer sich nicht zu dieser zählt und dennoch einen witzigen, spannenden sowie romantischen Film sucht, wird definitiv kein Ticket für 'Einmal ist keinmal' lösen. 

Kommentare


Anne
52
10.02.12 19:27 Uhr

Super geschrieben! Leider bin ich eine derjenigen, die Katherine Heigl trotzdem mag und ihr so manches verzeiht :s Ich stelle dein Urteil aber nicht in Frage und werde es wahrscheinlich ähnlich sehen!


tarantino
10.02.12 19:29 Uhr

Klasse Kritik, besonders der Anfang, da zahlt sich aus das man über Insiderwissen verfügt.


EastClintwood
11.02.12 09:00 Uhr

Kurz und super auf den Punkt gebracht, war ja nicht anders zu erwarten ;)


bogi86
11.02.12 11:51 Uhr

Hehe, die Wertung hätte ich spontan auch bei Sichtung des Trailers vergeben :D


Anne
52
29.02.12 04:29 Uhr

Hab den Film am Montag auch gesehen, muss aber sagen, dass ich ihn soooo schlecht nun gar nicht fand. Klar, ist kein 'guter' Film, aber mittelmäßig finde ich ihn dann doch noch. Fand 'Kiss & Kill' z.B. wesentlich schlechter!

Warum die der Heigl aber diese komische Franzenfrisur gegeben haben, ist mir ein Rätsel. Immerhin ist es offensichtlich, dass das keine Charakterrolle war und dass sie eigentlich wieder total heiß sein sollte. War sie mit den Haaren meiner Meinung nach nicht. Naja, bin ja auch nicht die Zielgruppe :p


EastClintwood
10.04.12 20:49 Uhr

Einmal ist zweimal zu viel. Der Film hat so viel Charme wie ein mit Nutella beschmierte Blutwurst. Die Gags sind ausgelutscht und mit schlechtem Timing versehen, die Geschichte allerhöchstens lauwarm. Einzig und allein Katherine Heigls Körper kann in mir Primitivling ein wenig Interesse wecken, aber anspruchsvolles Schauspiel sieht anders aus. Das Augenbrennen lässt auch langsam nach, zum Glück.


JuLy86
24.04.12 23:45 Uhr

Ich fand den Film auch okay und bin da eigentlich mit 0 Erwartung rein - ich habe alle bisherigen Bücher gelesen und liebe sie.
Die Story an sich war von der Buchvorlage gut umgesetzt - leider fehlte einfach der teils trockene Humor des Buches.
Die Schauspieler waren beinahe allesamt Fehlbesetzungen, einzig Lula (die Nutte) wurde der Vorlage gerecht.

Ich bin ja mal gespannt ob es Vortsetzungen gibt. - Stoff wäre genug da, ich lese derzeit Band Nr. 16 ;-)


Dabbld
12
08.05.12 18:26 Uhr

Von einem Katherine Heigl Film erwartet man ja inzwischen, dass er schlecht ist. Durchaus zurecht!