Extrem laut und unglaublich nah 2012
Originaltitel: Extremely Loud and Incredibly Close
von Haiko Kàcserik-Maczek /
12.02.12 20:04 Uhr
Film Kritik
Handlung
Die Geschichte nach dem gefeierten Bestseller von Jonathan Safran Foer entwickelt sich im Kopf des aufgeweckten elfjährigen New Yorkers Oskar Schell (Thomas Horn), der im Nachlass seines verstorbenen Vaters einen Schlüssel findet und nun in der ganzen Stadt nach dem passenden Schloss sucht.
Ein Jahr ist vergangen, seit der Vater im World Trade Center umgekommen ist – Oskar nennt dieses Erlebnis den "schlimmsten Tag" und bemüht sich seitdem, Kontakt zu seinem großen Vorbild zu halten, das ihn immer wieder auf spielerische Art ermuntert hat, seine größten Ängste zu überwinden. Bei seinen Streifzügen durch die fünf Stadtbezirke von New York begegnet Oskar den unterschiedlichsten Menschen, die alle sehr persönliche Überlebensstrategien entwickelt haben. Dabei entdeckt er ungeahnte Verbindungen zum schmerzlich vermissten Vater, zur scheinbar so distanzierten Mutter und überhaupt zu der lärmenden, gefährlichen und verwirrenden Welt, in der er sich behaupten muss.Kritik
Kommentare
Fand den Film leider weder extrem gut noch ging er mir besonders nah. Vielmehr plätschert er irgendwo im Durchschnittsfeld vor sich hin. Regietechnisch beeweist Daldry zwar immer wieder ein gekonntes Händchen, so dass der Film optisch ganz nett gemacht wirkt, die Musik ist absolute Klasse (und auch das Stärkste am Film), denn sie lässt den Zuschauer zwischenzeitlich glauben, einen besseren Film zu sehen, als man es tatsächlich tut.
Die Storyidee ist zwar an sich ganz schön, umgesetzt hat man sie aber nicht wirklich gut. Alles wird zu oberflächlich angetastet, die Charaktere entwickeln alle keinerlei Tiefe (mal abgesehn vom Jungen und dem Opa). Wo ich schon beim Jungen bin: Der ging mir mit seiner Rassel, seinen Macken und seinem Klugscheisser gehabe total auf den Sack. Schwer sich dann mit so jemanden zu identifizieren, der so unsympathisch rüber kommt. Klasse war dagegen der Opa, das war so ziemlich der einzige tolle und interessante Charakter im Film. Sandra Bullocks Rolle ist wie angesprochen eine der Rollen, die zu oberflächlich bleibt, Tom Hanks hätte man sich auch ganz schenken können.
Mir ist es ein Rätsel, warum der Film überhaupt für den Oscar nominiert wurde. Kann es mir nur damit erklären, dass Daldry der Regisseur ist und das letztendlich der Auslöser war. Gucken kann man den Film, gelangweilt habe ich mich nicht, aber viel verpasst hätte ich glaub ich auch nicht, wenn ich es nicht getan hätte, da der Film mir nicht viel gegeben hat. Somit bleib ich mit einem "okay" zurück, was für einen Film dieses Kalibers irgendwie doch enttäuschend ist. Schade
Erzählt wird die Story ja durch die Augen des Jungen und dieser hatte kein tieferes Verhältnis zu seiner Mum, also bleibt diese auch recht blass gezeichnet von Daldry, was nicht nur dem Buch nahe kommt sondern durchaus legitim ist. Ich wollte mich beim Ansehen des Films nicht mit den Jungen identifizieren, warum auch, völlig überflüssig dieser Versuch, denn es ist halt ein extremer Charakter, überaus intelligent und seinen Freunden weit voraus. Ich mag eigentlich Tom Hanks nicht, aber hier war er OK, Mittel zum Zweck und eigentlich sieht man ihn ja nur in Gedanken des Jungen, wie er seinen Vater sah.
Ganz anders als Dir siBBe ist mir die Musik zwar aufgefallen, rückte aber nicht so extrem anscheinend wie bei Dir in den Vordergrund und für mich zeichnet sich Daldry nicht mit bestimmten Bildern aus, da gab es nicht viele extrem gute Einstellungen, sondern in der Schauspielführung. Was er aus David Kross, Jamie Bell oder hier Thomas Horn rausholt, ist sagenhaft. Hut ab!
Ihr kennt mich, ich liebe kleine Geschichten und die Geschichte um den Geschehnissen darum, einfach cool Der Schlüssel, der Versuch dahinter zusteigen, hat mich persönlich überzeugt. Aber wie immer ist Film halt auch Geschmackssache :D
Großer Favorit wird er bei der Oscarverleihung sicherlich nicht sein, trotzdem cooles Drama. Und Daldry und Horn sind super sympathische Leute und na ja, Max von Sydow .... Hut ab - eine LEGENDE!
Die Kritik klingt genau nach dem, was ich mir von dem Film erhoffe und nun bin ich sehr ungeduldig ihn selbst im Kino zu sehen.
Ein heikles Thema, was ich aber bei Daldry bestens aufgehoben finde. Ob ich damit richtig liege, wird die Sichtung des Films zeigen.
Danke für die sehr gute Kritik!
Schöne Kritik! Aber die Pressestimmen war ja eher durchwachsen bis teilweise vernichtend ... naja mal schauen.
ach menno! hab mich so sehr auf den film gefreut und leider eine enttäuschung erleben müssen.
diese ganze post 9/11 geschichte verschwand leider in der vater-sohn beziehung, die auch nicht wirklich glaubhaft war, weil man tom hanks nur in sehr eindimensionalen rückblenden erhaschen konnte (ausnahme: schaukel). die späteren gefühlvollen momente wurden schon am anfang der kraft beraubt, weil der film mit seinem collagen und seinem unnötig hektischen und ausufernden off-erzähler (auch der junge) so durch das ausgangsszenario peitscht, dass man einfach keine emotionale bindung zu den charakteren aufbauen kann.
bei bullock war das ja größtenteils so beabsichtigt, dennoch war ich überrascht, wie schnell ein "ich wünschte DU wärst in dem turm gestorben" an mir vorbeiziehen kann.
positiv ist max von sydow zu erwähnen, seine rolle und sein spiel waren sehr gelungen. auch wenn dieses anfängliche "wer könnte er sein?" unnötig war.
was bleibt denn übrig? viele schöne bilder, ein neuer talentierter kinderdarsteller, schöne musik und ein widerlich kitschiges schlußbild und eine schreckliche auflösung mit der mutter gegen ende.
bin für ein remake :)


