Hostel 3 2011
Originaltitel: Hostel: Part III
von Daniel Krüger /
29.12.11 17:47 Uhr
Film Kritik
88
Länder
USA
Genres
Thriller, Horror
DVD
01.03.2012
Handlung
Dritter Teil der "Hostel" Reihe
Das Glücksspiel um hohe Einsätze gewinnt in diesem dritten Kapitel der "Hostel"-Reihe eine unheilvolle neue Bedeutung. Auf einer Junggesellenfeier in Las Vegas werden vier Freunde von zwei sexy Begleiterinnen auf eine Privatparty gelockt, weit weg vom Las Vegas Strip. Dort stellen sie mit Entsetzen fest, dass sie zu Figuren in einem perversen Folterspiel geworden sind, bei dem Mitglieder des Elite-Jagdclubs die sadistischste Show der Stadt veranstalten.Kritik
Was passiert, wenn man das RTL Schreckensformat ‚Das Supertalent‘, die bunte Glitzermetropole Las Vegas und geballte deutsche Starpower in einem schmutzigen Topf verrührt? Unglaublich aber wahr: Hostel: Part III!
Eli Roths Folterstreifen aus dem Jahr 2005 konnte schon damals nicht vollends überzeugen, sorgte in den blutigen Momenten allerdings für eine gelungene Atmosphäre und avancierte für einige Monate zum Gesprächsthema Nummer Eins in Horrorkreisen. Nachdem es der ‚Bärenjude‘ in Teil 2 mit seiner voyeuristischen Ader stark übertrieben hat, galt das Franchise als tot. Ein Irrtum, denn Regisseur Scott Spiegel schwingt sich im Jahr 2011 auf den Regiestuhl des unnötigen Nachfolgers und erweist sich erfolgreich als Foltermeister der Zuschauer. Ein Waffenarsenal aus schlechten Dialogen, Langeweile und miesen Effekten helfen ihm dabei, die Hostel-Reihe erneut zu begraben!
Die Jugendherberge des Grauens ist keine Jugendherberge mehr, sondern eine mitten in der Wüste -nahe Vegas- platzierte Fabrikhalle. Touristen werden allerdings weiterhin dorthin verschleppt und kreativ gemeuchelt. Das Schema ist auch im dritten Anlauf nicht sonderlich kreativ, wird aber mit ein paar neuen Regeln gewürzt. Wer eines der berüchtigten –und unwahrscheinlich uncoolen- Mitgliedertattoos auf dem Arm hat, der darf entweder ein entführtes Opfer aufs kreativste umbringen oder vor der „Bühne“ platznehmen und wetten, wie der Mord ablaufen wird. Wer sich besonders ambitioniert anstellt, bekommt einen Extraapplaus (und vielleicht später Lobkärtchen?) für seine Schandtaten.
Die Hauptdarsteller sind 4 austauschbare Freunde, die in Vegas einen Junggesellenabschied feiern, irgendwann auf die falsche Party gehen und Schwupps –auf dem Folterstuhl landen. Wenig überraschend also, jedoch bemüht sich Scott Spiegel, die Action auf augenzwinkernde Art hinauszuzögern. Zurück zu den Freunden: Die Darsteller agieren so limitiert, dass man als Zuschauer verlockt ist, die Killer anzufeuern. Als dann noch einer der Protagonisten sein Tattoo entblößt ist die Verwirrung komplett und man wünscht sich einfach nur, dass alle Beteiligten möglichst schnell das Zeitliche segnen.
Der Spannungsaufbau ähnelt dem 2005er Original, am Ende dürfen die Opfer in der Folteranlage durchdrehen und es dem Jagdclub heimzahlen. Verändert hat sich hingegen der Look. Das Setting ist nicht mehr so schmutzig, die Ladies tragen teilweise Unterwäsche und die muskulösen Handlanger sind jetzt South Central statt Osteuropa. Ungewöhnlich ist vor allem, dass Hostel 3 gerade in Sachen Gore einige Gänge zurückschaltet und sich trotz abgezogenen Gesichtern und abgehakten Armen sehr brav präsentiert. Die Folterszenen sind schlichtweg nicht stimmig eingefangen, da ist es am Ende auch egal, was die jeweiligen Opfer gerade ins Gesicht gerammt bekommen. So erhalten wir letztendlich einen Horrorfilm ohne gruselige oder spannende Momente. Thema verfehlt - in der Schule gab es dafür immer eine 6.
Aber vielleicht kann die in der Einleitung beschworene deutsche Starpower ja noch etwas herausholen? Kein geringerer als Thomas Kretschmann konnte die Rolle des elitären Clubbesitzers Flemming ergattern. Sein Abstieg von Peter Jacksons King Kong, über eine nichtssagende Nebenrolle in Wanted, zu Hostel 3 ist an sich schon Stoff für einen Hollywoodfilm, seine prägnanteste Szene spielt zwischen den (zugegeben eindrucksvollen) Brüsten einer Bediensteten. Da kann der Thomas sein ruhmreiches Talent im „Motorboot fahren“ (bitte nicht bei Google suchen liebe Kinder) voll ausspielen, bevor er sich wieder seinem tödlichen Geschäft widmet. Ein ganz Großer Auftritt Herr Kretschmann, die Nation steht stolz hinter ihnen!
Fazit: Hostel: Part III ist weder gruselig, noch unfreiwillig komisch. Der Look ist billig, die ehemals berühmten Folterszenen abgeflacht und die Darsteller eine Schande. Ist es überhaupt ein Film? Findet es nicht heraus und macht einen weiten Bogen um diese unnötige Fortsetzung.
Kommentare
Ich fand den ersten Teil damals gar nicht so schlecht, hab aber auch nie verstanden, warum es von Hostel unbedingt noch eine Fortsetzung braucht. Die Kritik ist wohl so gut wie der Film unnötig.
Super schlechter Film. Teil 1 war nen ordentlicher Film, Teil 2 war okay, aber bei Teil 3 fehlen mir die Worte.
Amüsante Kritik, dafür darf man dem Film also doch noch dankbar sein ;-)
Ich fand die ersten beiden Teile schon unnormal scheiße^^


