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Kampf der Titanen 2010

Originaltitel: Clash of the Titans
von Sebastian Stumbek / 01.04.10 13:09 Uhr


Film Kritik

118
Länder
USA, UK
Genres
Action, Drama, Adventure, Fantasy
Kinostart
08.04.2010

Handlung

Es geht um die ultimative Macht: Männer kämpfen gegen Könige, Könige gegen Götter. Selbst die Götter führen Krieg gegeneinander – und dadurch könnten sie die Welt vernichten.

Perseus (Sam Worthington) ist als Gott geboren, aber als Mensch aufgewachsen. Ohnmächtig muss er erleben, wie seine Familie dem Rachegott Hades (Ralph Fiennes), dem Herrn der Unterwelt, zum Opfer fällt. Weil er nun nichts mehr zu verlieren hat, erklärt Perseus sich zu dem tollkühnen Versuch bereit, Hades zu überwinden, bevor dieser den Götterkönig Zeus (Liam Neeson) entmachtet und die Erde ins Höllenchaos stürzt. Auf gefährlichen Pfaden führt Perseus eine Gruppe unerschrockener Krieger in die verbotenen Welten. Dabei muss er sich gegen infernale Dämonen und fürchterliche Monster wehren, doch eine Chance auf Erfolg hat er nur, wenn er seine göttliche Kraft akzeptiert, der Vorsehung trotzt und sein Schicksal in die eigenen Hände nimmt.

Kritik

Vor knapp 30 Jahren erschien das Original "Kampf der Titanen" mit seiner mittlerweile überholten Stop-Motion-Technik und fördert nun ein Remake hervor, das technisch auf dem neuesten Stand ist. Verantwortlich für das erneute Auferleben der griechischen Mythologie im Kino ist Louis Leterrier, der zuvor in Filmen wie "Der unglaubliche Hulk", "Unleashed" oder "Transporter 2" Regie führte. Mit der Thematik scheint man den Geschmack des Publikums getroffen zu haben, denn die Erwartungen sind groß, die Trailer sehen vielversprechend aus, die gewaltigen Marketingkampagnen ist allgegenwärtig, jeder wartet auf "Clash of the Titans". "Percy Jackson- Diebe im Olymp" erschien bereits vor kurzem und widmet sich (familienfreundlich) eben diesem Thema, und auch Videospieler sind mit dem jüngsten "God of War III" (weniger familienfreundlich) bereits bestens eingestimmt. Hält "Clash of the Titans" was es verspricht und ist es das erwartete Bombastkino?

"Clash of the Titans" tritt zumindest selbstsicher und laut auf, doch täuscht das nicht über die vielen Mängel hinweg, die sich hier eingeschlichen haben. Zunächst einmal das wichtigste: Dem Film fehlt etwas ganz entscheidendes, er fühlt sich wie hochglanz-Eyecandy ohne Herz und Seele an. Schuld daran sind vor allem die lieblos gezeichneten Charaktere, zu denen man keinerlei Bindung aufbaut. Die Macher haben sich zwar darauf konzentriert, das Spektakel in 3D zu drehen, doch die Charaktere bleiben dabei nur eindimensional zurück. Eine handvoll Soldaten wird in den Film geworfen, nur oberflächlich behandelt, eine Charaktertiefe oder -entwicklung sucht man vergebens. Das gilt nicht nur für die Soldaten, sondern auch für alle Nebenfiguren. Wenn man nun keine Bindung zu den Charakteren hat, funktioniert vieles weitere auch nicht mehr, denn dadurch verliert der Film an Spannung, kann Emotionen nicht aufbauen und man fragt sich oftmals auch über das Motiv der Figuren. Wenn man Andromeda opfern würde, wären die Götter besänftigt und es würde nicht zum Krieg kommen. Warum tut man das nicht einfach? Warum der ganze Aufwand, was kümmert Perseus sich überhaupt um sie? All das wird im neuen "Clash of the Titans" überhaupt nicht deutlich. Man lässt das Spektakel einfach recht emotionslos über sich ergehen und sobald es vorbei ist, hat man es auch sogleich vergessen. Auch die teilweise etwas dümmlichen Dialoge leisten dazu ihren Beitrag.

Actionszenen gibt es zwar einige, doch auch die hinterlassen nicht immer einen positiven Eindruck. Der Kampf gegen die Skorpione im Sand mag dabei wohl noch das Highlight sein, wird aber ein wenig durch die schnellen Schnitte und die Wackelkamera gestört. Medusas Tempel erzeugt auch Atmosphäre und darf sich so auch noch zu den gelungenen Szenen zählen, auch wenn Medusa selbst von nahen zu künstlich und CGI-lastig aussieht. Der Endkampf gegen The Kraken enttäuscht aber leider. Wir erinnern uns: Im Trailer erscheint das riesen Monster aus dem Wasser und sorgt allein durch seine Präsenz schon für Gänsehaut. Freut man sich nun im Film darauf, dass Hades seinen Kraken loslässt, liegt dieser gefühlte 2-3 Minuten später auch schon wieder im tiefen Ozean. Das wars? Leider ja. Da war das x-mal kleinere Biest aus "Pirates of the Caribbean" bei weitem cooler.

Man hat so großartige Figuren und Kreaturen im Film wie riesen Skorpione, Hexen, Medusa, Götter wie Zeus und Hades, das geflügelte Pferd Pegasus oder den riesen Kraken, so dass das ganze schon nach Epik schreien müsste. Doch aufgrund der zuvor angesprochenen fehlenden Seele und des fehlenden Herzens im Films kann man die epische Breite einfach nicht wirklich fühlen. Dieses Gefühl, dass ein "Herr der Ringe" mit Leichtigkeit erzeugt, wird hier einfach nicht aufgebaut, was wirklich schade ist. Viele werden sich sicherlich auch auf Bubu die Eule freuen, die im Remake übrigens nicht dabei ist. Zumindest zollt man ihr, und damit auch Stop-Motion-Guru Ray Harryhausen, in einer Szene aber Tribut.

Im Großen und Ganzen sieht "Clash of the Titans" optisch ziemlich gut aus, bietet schöne Aufnahmen, zeigt schön animierte Städte und Kreaturen und hat bis auf wenige Ausnahmen gute Effekte zu bieten. Störend fallen dabei hin und wieder nur die Charakterdesigns auf. Denn wenn Zeus oder Hades mitsamt der anderen Götter in ihren Kostümen im Olymp auftreten, sieht das alles andere als opulent oder göttlich aus, sondern viel mehr wie eine Halloween-Freak-Party. Auch den Olymp selbst hätte man sicherlich fantasievoller gestalten können.

"Clash of the Titans" ist einer jener Filme, der im Nachhinein erst für die 3D-Technik konvertiert wurde, was, wie man in der Vergangenheit gesehen hat, oftmals nicht der beste Schritt ist. Filme wie "Avatar" oder "Christmas Carol" sind von vornherein in 3D gedreht, und das mit reichlich Aufwand, was sich auch bezahlt gemacht hat. Sogar der kommende Tanzfilm "StreetDance 3D" macht technisch einen fantastischen Eindruck, denn auch dieser wurde von Beginn an so gedreht. "Alice im Wunderland" ist dagegen einer dieser Filme, die erst im Nachhinein bearbeitet wurden, was man auch deutlich sehen konnte, denn man hätte sich den Prozess auch gleich sparen können, gebracht hat es nichts. Bei "Clash of the Titans" ist das auch nicht wirklich anders. Räumliche Tiefe entsteht zwar in einigen Szenen, aber nie wirklich so stark, dass es einem auffällt oder dass man froh darüber ist, die Brille auf zu haben. Im Gegenteil, gerade in den Actionszenen, die oftmals schnell geschnitten sind und bei denen die Kamera nur so umherwackelt, erkennt man durch die 3D-Technik noch viel weniger, da das Bild dabei unscharf wird. Muss man "Clash of the Titans" also in 3D erleben? Nein.

Stimmungsvoll fällt dagegen die Musik von Ramin Djawadi auf, der bereits für die gelungene musikalische Untermalung der Tv-Serie "Prison Break" verantwortlich war. Sein Soundtrack ist dabei oft epischer als der Film selbst und hebt dadurch ein wenig die Stimmung.

Einige hochkarätige Darsteller wurden für das Projekt gewonnen, doch leider bleiben die meisten von ihnen ziemlich blass. Sam Worthington ist zwar ein cooler Darsteller, der sich in Actionrollen mehr als gut schlägt, doch aufgrund zuvor angesprochener fehlender Charaktertiefe auch nicht wirklich hervorsticht und keinen bleibenden Eindruck hinterlassen kann. Liam Neeson und Ralpf Fiennes, zwei großartige Darsteller, die hier Zeus und Hades zum Besten geben, bleiben hier trotz ihrer mächtigen Rollen ziemlich schwach und unspektakulär zurück. Gemma Arterton darf genau einen Gesichtsausdruck während des ganzen Films von sich zeigen, allein der Däne Mads Mikkelsen besitzt eine gewisse Präsenz und kommt als harter, cooler Begleiter Draco bestens rüber.

Da die Nachfrage groß ist und "Clash of the Titans" vermutlich auch ordentlich Geld in die Kassen bringen wird, ist bereits jetzt eine ganze Trilogie geplant. Im Vorfeld für mich persönlich noch eine fantastische Nachricht, ist das nach Sichtung des Films nur noch gleichgültig, die Freude auf weitere Abenteuer mag nun nicht mehr aufkommen und ist jetzt dahin. Zu groß ist einfach die Enttäuschung, wenn sich ein persönlicher Most-Wanted nur als netter Film für Zwischendurch entpuppt. Viel mehr ruhen die Hoffnungen nun auf weitere Ableger der griechischen Mythologie wie "War of the Gods" von Tarsem sowie der Videospielverfilmung zu "God of War".

Fazit: "Clash of the Titans" macht im Vorfeld viel Lärm, entpuppt sich dann aber leider doch als Enttäuschung. Der Film hätte einfach großartig werden können, doch haben die Macher es versäumt, ihrem Film ein ordentliches Drehbuch zu verpassen und sich um Herz und Seele zu kümmern. So ist "Clash of the Titans" ein lieblos inszeniertes, temporeiches Hochglanz Abenteuer, das den Zuschauer aber emotional kalt lässt und sogleich wieder vergessen ist, sobald es vorbei ist.

Kommentare


Pineapple
13.12.09 03:13 Uhr

ich freue mich unfassbar doll auf den Film!


PrinzessinLillifee
14.12.09 18:29 Uhr

ich auch, gigantischer trailer shconmal.


Illuminator
28.02.10 18:33 Uhr

Ich habe vor knapp 30 Jahren die erste Fassung gesehen. Da gab es noch keine Computertricks. Alle
noch mit dieser StopMotion Technik von Ray Harryhausen.
Ich fand den Film gar nicht so schlecht und habe ihn mir immer wieder mal angesehen. Ich bin mal gespannt wie der neue aussieht.


marki
49
02.03.10 14:36 Uhr

Meine größte Hoffnung bis auf Inception. Ich hoffe hier einfach mal, dass der Film nicht wie Transformers 2 nur auf die Schlachtszenen setzt, sondern auch etwas Handlung dabei ist....


Paprika
41
03.03.10 00:09 Uhr

Erst heute den Trailer im Kino genossen. Der Film ist aber mal sowas von Pflichtprogramm.


ppac
07.03.10 23:29 Uhr

War nicht der 1. April Startdatum?! Egal, ich geh trotzdem rein... auch wenn ichs wegen dem Trailer gar nicht mehr erwarten kann.


Filmkritiker
10.03.10 22:04 Uhr

jetzt kommts...hab da mal ne frage. im film sagt götterkönig ZEUS (liam neeson) mittendrin mal :"RELEASE THE KRAKEN"! nun wissen wir, dass wir es hier nicht mit einem pipifax schnuffi puffi tierchen zu tun haben. das verdammte ding is RIESENGROß. und mit GROß mein ich, dass dieses fette monstrum die größe einer großstadt hat. man müsste im hubschrauber sitzen, um ein foto schiessen zu können.
nun meine frage: wie kann man denn SO ein monstrum "releasen"??? ich meine....wo halten die denn das viech fest? halten die das ding als "haustier"? haben die ne riesige unterwasseranlage mit überdimensionalen gitterboxen? und vor allem....was FRISST so ein ungeheuer / haustier? was gibt man denn einer krake zum fressen? mit PEDIGREE oder WHISKAS kommt man da nicht weit, das kann ich euch sagen. ich denke da eher an pferde. nun....ich vermute mal die haben ne riesengroße pferdezucht hinter den kulissen, nur um dieses klobige scheusal zu füttern. per katapult katapultieren die pferde in seinen rachen. eins nach dem anderen....HOPPS...und noch eins...HOPPS. könnt ich mir gut vorstellen.... :-)


tarantino
10.03.10 22:08 Uhr

LOOOOOOL!!!
Filmi du erinnerst mich an die Clerks Szene mit den Arbeitern auf dem Todesstern.


Freeman
60
11.03.10 17:53 Uhr

"HOPPS...und noch eins...HOPPS" muahahaha ich brech wech xD


Borsti1982
30.03.10 23:05 Uhr

Nächste Woche gehts endlich los und ich freu mich wie ein Schnitzel. Wird natürlich in 3D/2D angeschaut ist ja klar ;0)))