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Safe House 2012

von Tobias Prokop / 20.02.12 18:17 Uhr


Film Kritik

Länder
USA, Republik Südafrika
Genres
Action, Thriller, Mystery, Crime
Kinostart
23.02.2012

Handlung

Ex-CIA-Agent Frost (Denzel Washington) steht auf der falschen Seite: Vor Jahren hat er US-Militärgeheimnisse an Nordkorea verraten. Jetzt wartet er als Gefangener der CIA an einem geheimen Ort auf seinen Prozess, in dem er als Kronzeuge aussagen soll. Doch dazu kommt es nicht. Plötzlich wird das "Safe House" von einem Killerkommando attackiert und dem Erdboden gleichgemacht.

Nur knapp kann Frost mit Hilfe seines Bewachers, dem jungen Spezialagenten Weston (Ryan Reynolds), entkommen. Aber wer will Frost mundtot machen? Terroristen? Oder ist es gar jemand aus der CIA-Chefetage? Je länger das Katz-und-Maus-Spiel dauert, desto unklarer wird, wer wem trauen kann. Bis beim furiosen Showdown die Wahrheit schließlich ans Licht kommt.

Kritik

Das Drehbuch zu "Safe House" von David Guggenheim erschien 2010 auf der berühmten Black List. Auf dieser ist Jahr für Jahr zu lesen, welche bisher unverfilmten Drehbücher in der Branche am höchsten eingeschätzt werden. Zum größten Teil werden diese hochgelobten Stoffe aber nie verfilmt, anders aber im Falle von "Safe House". Das Studio und die Produzenten schienen jedenfalls vom Drehbuch überzeugt, versprach es doch einen packenden Actionthriller
.
Eine der Hauptrollen wurde mit Denzel Washington besetzt, der den Film auch mitproduziert hat. Es wäre also nicht verwunderlich gewesen, wenn bei der Story und Washington in einer der Hauptrollen niemand Geringeres als Tony Scott die Regie übernommen hätte. Stattdessen entschied man sich den jungen Daniel Espinosa eine Chance zu geben. Espinosa drehte in seiner Heimat Schweden bisher drei Filme, darunter den Thriller "Easy Money", der ihm wohl zu dem Job verholfen haben dürfte. Als zweiter Hauptdarsteller wurde nach einiger Zeit Ryan Reynolds unter den vielen infrage kommenden Jungstars ausgewählt und so begannen die Dreharbeiten im schönen Südafrika.

Der Film beginnt mit der Einführung von Matt Weston (Ryan Reynolds), der für das CIA in Kapstadt ein sogenanntes Safe House am Laufen halten soll. Diese Wohnungen/Häuser dienen als Unterschlupf für verdeckte Operationen und werden oft zu Verhören genutzt. Weston, der seit 12 Monaten quasi nur den Hausmeister spielt und unbedingt nach Paris versetzt werden will, da seine ahnungslose Freundin gerade dort einen Job übernommen hat, wird über Nacht plötzlich aus seiner Monotonie gerissen, als ein CIA-Trupp mit dem Verräter Tobin Frost (Denzel Washington) eintrifft. Dieser musste nach Jahren des Untertauchens in das amerikanische Konsulat flüchten, nachdem er einen mysteriösen Mikrochip erhalten hatte und anschließend von einem Killerkommando verfolgt wurde. Die neugierigen Amerikaner sind also drauf aus, an geheime Informationen aus dem alten Kollegen per Folter zu kommen, doch das Verhör wird schnell gestört, als die Verfolger von Frost das Safe House stürmen und Frischling Weston gerade so mit seinem prominenten Gast die Flucht gelingt. Fortan müssen sich die beiden immer wieder mit dem jeweils anderen, den Killern und einem Verräter aus den CIA-Reihen herumschlagen, bis am Ende das Geheimnis um den Mikrochip gelöst wird.

"Safe House"  hat all die Elemente, die man von einem Film dieses Genres erwartet, darunter viele Verfolgungsjagden, die mit ihren schnellen Schnitten sofort an die "Bourne"-Filme erinnern und jede Menge Schießereien oder Schlägereien. Das sieht alles nach solider Handarbeit aus und braucht sich nicht vor Genrekollegen zu verstecken, allerdings könnten einige fleißige Kinogänger ein Fünkchen Neues vermissen, wenn man von einer Verfolgungsjagd in einer der Townships von Kapstadt absieht. Zwischen der rasanten Action gibt  es ab und zu auch mal Zeit zum Verschnaufen und der Film widmet sich den Charakteren und der Geschichte. Hier zeigt aber das hochgelobte Drehbuch seine Schwächen. So ist die Story des Films leider schon früh vorhersehbar, auch der große Story-Twist ist leicht zu erahnen, ohne dass man groß aufpassen müßte. Zudem bekommt man das Gefühl, dass die Handlung etwas zu konstruiert wirkt. Beispielsweise wird Weston mit dem immer wieder für Probleme sorgenden Frost immer wieder zu Orten geschickt, wo eigentlich nur Probleme auftauchen können. Auch die Liebesgeschichte von Weston und seiner Freundin wirkt etwas zu aufgesetzt und stört eher, als dass sie der Figur mehr Tiefe gibt.

Darstellerisch zeigen die beiden Hauptdarsteller gute Leistungen, aber auch keine Glanzleistungen. Denzel Washington spielt mal wieder sich selbst, so wie wir ihn aus vielen seiner Filme bereits kennen, was bei ihm natürlich nichts schlimmes bedeutet, jedoch würde man schon gern etwas neues und noch besseres von ihm sehen. Ryan Reynolds macht in den Actionszenen, in denen er einiges einstecken muss, eine wirklich gute Figur, kann dann aber in den ruhigen Szenen den Zuschauer nicht wirklich hinter sich bringen, was wie im Falle von Washington an der Rolle liegt, die ihm wenig Raum zur Entfaltung gibt. Davon kann auch die illustre Runde von Nebenrollen, angeführt von Vera Farmiga, Brendan Gleeson und Robert Patrick, ein Lied singen. Sie wurden anscheinend nur verpflichtet, um Werbung mit den bekannten Namen zu machen. Ihre Rollen im Film sind zu klein, als dass sie groß auffallen würden, und hätten leicht mit weniger bekannten Schauspielern besetzt werden können.

Die Musik des Films zieht gegen den satten Sound des Films deutlich den Kürzeren und bleibt nicht wirklich bei dem ganzen Lärm hängen. Auch die schönen und schlimmen Seiten von Südafrika bekommt man als Zuschauer eher selten zu sehen.

Fazit: Ein Film für Fans von Actionthrillern, die auch mit einer Light-Version eines Tony Scott Films zufrieden sind und die ein Hollywood Ende par excellence nicht abschreckt.

Kommentare


Chris23th
08.12.11 21:26 Uhr

Also ich fand den Trailer schon sehr überraschend, und Denzel Washington ist sowieso einer meiner Top Darsteller, er hast einfach mal drauf den Underdog zu spielen!


StylaMex
100
24.01.12 23:46 Uhr

Also ich freu mich sehr drauf Story klingt gut die Schauspieler sind auch sehr gut gewählt, und der Trailer war einfach Spitze.


CinemaJunkie
20.02.12 15:09 Uhr

Stimmt @ Chris, in der Rolle des etwas anderen Helden, war Denzel immer Top! Freu mich schon ihn mal wieder in einer solchen Rolle zu sehen.


dkr
50
dkr
20.02.12 18:52 Uhr

toller einstand!


dkr
50
dkr
20.02.12 18:52 Uhr

test


MIKE
90
20.02.12 18:53 Uhr

Die Kritik hört sich nicht so an wie eine 50% Wertung eher nach 70% bis 75%.


EastClintwood
20.02.12 18:54 Uhr

Yeah tarant, du kannst es doch! Super Entjungferung, hätte ich doch ein wenig mehr erwartet (vom Film) ... aber heute Abend in der Sneak wird er ebenfalls gesichtet ;)


siBBe
77
20.02.12 18:55 Uhr

Glückwunsch zur ersten Kritik. Hoffe allerdings, dass mir der Film besser gefallen wird, erhoffe mir hier eigentlich was ziemlich cooles. Washington ist ne coole Sau und das Setting in Afrika, die Story, das Genre und die Bezüge zu Scott tönt alles einfach zu sehr nach meinem Geschmack :)


tarantino
20.02.12 18:58 Uhr

Jetzt hoffe ich nur, das ich nicht mit meiner Meinung alleine stehe sonst könnt ihr euch alle wegen fehlendem Filmgeschmack abmelden und ich schreib hier alleine weiter ;-D


Freeman
20.02.12 19:35 Uhr

Erstmal: Klasse Kritiken-Einstand, little t! Hast Du prima geschrieben, bitte mehr davon! :)

Zum Film: Schade, hatte nach dem furiosen Trailer auf mehr als Standard-Kost gehofft. Werd mir den dann eher nicht im Kino ansehen...