Handlung
Schließe deine Augen. Befreie deinen Geist. Es trifft Dich unvorbereitet.
Der epische Action-Fantasy-Film "Sucker Punch" lässt uns mit der lebhaften Vorstellungskraft der jungen Babydoll (Emily Browning) eine Traumwelt erleben, die ihr die Flucht aus einer grausigen Realität erlaubt. Sie überwindet die Fesseln von Raum und Zeit, lässt sich von ihrer Fantasie beflügeln, wenn ihre unglaublichen Abenteuer die Grenzen zwischen Vorstellung und Wirklichkeit verwischen.
Man hat Babydoll gegen ihren Willen eingesperrt. Aber sie gibt nicht auf und kämpft um ihre Freiheit: Sie drängt vier weitere Mädchen – die freimütige Rocket (Jena Malone), die gerissene Blondie (Vanessa Hudgens), die treu ergebene Amber (Jamie Chung) und die zurückhaltende Sweet Pea (Abbie Cornish) –, gemeinsam gegen das schreckliche Schicksal aufzubegehren, das ihre Wächter Blue (Oscar Isaac), Madam Gorski (Carla Gugino) und High Roller (Jon Hamm) für sie vorgesehen haben.
Unter Babydolls Führung starten die Girls einen fantastischen Feldzug gegen Widersacher wie Samurais und Feuerdrachen, wobei sie jederzeit über ein virtuelles Waffenarsenal verfügen können. Gemeinsam müssen sie entscheiden, welche Opfer sie bringen wollen, um ihr Leben zu retten. Nur dann haben sie eine Chance, mithilfe eines Weisen (Scott Glenn) ihre Freiheit wiederzuerlangen.
Kritik
Nach "300" und "Watchmen" fragt man sich natürlich, was Zack Snyder uns denn eigentlich noch auftischen will, hat er die Messlatte selbst nun schon extrem hoch gelegt. Mit seinem neuen Film "Sucker Punch" zeigt er, dass er noch lange nicht am Ende seiner Ideen steckt. Dabei basiert "Sucker Punch", im Gegensatz zu den beiden anderen Filmen, nun nicht mehr auf einen Comic, sondern entspringt dem Geiste Snyders. Und Snyder wäre nicht Snyder, wenn er daraus nicht ein visuelle Actionorgie erschaffen hätte.
Visuell ist "Sucker Punch" einfach bombastisch. Snyder überschwemmt den Zuschauer mit so vielen optischen Sinnesreizen, dass man kaum alles auf einmal wahrnehmen kann. Die Traumwelten begeistern durch viel Abwechslung und schönen Ideen, die Animationen sind großartig und selbst wenn man sich nur in der realen Welt befindet, baut Snyder immer wieder technische Spielereien in Slow-Motion ein, so dass es eigentlich immer einen Hingucker gibt, selbst wenn es nur ein simpler Knopf ist, der in Großaufnahme und in Zeitlupe zu Boden fällt und sich dort dreht.
Als Actionfan wird man hier auch nicht enttäuscht, ach verdammt, im Gegenteil, man wird begeistert in den Kinosessel gepresst! Ob riesen große Samurai-Statuen, Zombie-Soldaten, Kampfroboter, Flugzeuge, Orks oder Drachen, das Gegnerspektrum ist enorm. Dazwischen fünf sexy Kriegerinnen mit Samuraischwertern und Feuerwaffen, die sich durch die Gegnerhorden nur so durchballern bzw. durchmetzeln, alles in die Luft jagen und das Ganze mit gewaltigem Tempo bestreiten, aufgenommen in wunderschönen Slow-Motion Szenen von Zack Snyder, was will man eigentlich mehr? Die Action ist einfach fantastisch, es lohnt sich hier nicht weiter darüber Wort zu verlieren, man muss sie einfach selbst erleben, denn Worte werden dem Ganzen sowieso nicht gerecht. Übrigens: wer bereits in "300" seine Freude an den Szenen hatte, die ohne Kameraschnitt gedreht wurden, darf sich auch in "Sucker Punch" auf genau solch eine Szene freuen, die es gewaltig in sich hat und für offene Kinnladen sorgen wird. Einfach ganz große Klasse, was hier geboten wird.
Auffallend ist nur, gerade wenn man "300" kennt, dass "Sucker Punch" vergleichweise sehr unblutig ausgefallen ist – recht ungewöhnlich für Zack Snyder. Das liegt daran, dass der Film in seiner Kinoversion leider um 18 Minuten geschnitten wurde, um einem jüngeren Publikum zugänglich gemacht zu werden. Die ungeschnittene Version wird es also leider erst auf DVD bzw. Blu-Ray geben.
So toll die Action oder die ganze visuelle Aufmachung auch ist, ganz perfekt ist "Sucker Punch" leider doch nicht. Von vielen Kritiken weltweit wurde die Story kritisiert, doch an dieser Stelle eine Entwarnung: Die Story wird zwar sicherlich nicht den Oscar gewinnen, doch schlecht ist sie keinesfalls! Letzendlich entpuppt sie sich sogar als besser, als man es nach all den schlechten Stimmen erwartet hat - gerade gegen Ende, wenn sich noch einige Überraschungen offenbaren. Somit scheitert "Sucker Punch" an dieser Stelle nicht. Doch woran "Sucker Punch" leider doch scheitert, ist den Zuschauer emotional in die Geschichte einzubinden. Wir werden vollgeballert mit fantastischen Bildern, fiebern aber letzendlich nicht mit. Die Charaktere sind allesamt süss und sexy, bleiben aber doch zu oberflächlich, um beim Zuschauer Mitgefühl erzeugen zu können. Das ist wirklich schade, denn hätte Snyder sich noch um diesen Punkt gekümmert, gäbe es eigentlich nichts mehr an "Sucker Punch" zu meckern und wir hätten hier ein wahres Meisterwerk vor uns. Letzendlich ist das aber Kritik auf hohem Niveau, denn "Sucker Punch" macht einfach viel zu viel Spass, als dass man ihn deswegen nun nicht mehr mögen könnte.
Auch musikalisch hinterlässt der Film einen guten Eindruck mit zahlreichen Remixes bekannter Songs wie "Sweet Dreams", "Where is my Mind" oder "White Rabbit". Typisch für Snyders Filme werden diese oftmals lautstark im Vordergrund gespielt, während der Ton des Films leiser gestellt wird, so dass die Wirkung verstärkt wird. Gerade im fantastischen Vorspann, der Vorgeschichte zu "Sucker Punch", bleiben der Effekt und das Staunen nicht aus.
Fazit: "Sucker Punch" ist gewiss nicht perfekt, dazu fehlt leider die emotionale Bindung zum Zuschauer, wodurch man dem Geschehen noch mehr mitgefiebert hätte. Doch was Zack Snyder, unabhänging davon, hier gezaubert hat, ist sowas von bombastisch und genial, dass man ihm diesen Punkt gerne verzeiht und den Film einfach trotzdem lieben muss. Actiontechnisch und visuell macht eben keiner einem Snyder etwas vor. Das Ganze auf so hohem Niveau, mit so vielen tollen, abgedrehten Ideen und so genialer Action, dass eine schlechte oder mittelmässige Wertung, wie sie andernorts oftmals zu finden sind, einfach nicht gerechtfertigt ist. Dazu ist der Film einfach zu einzigartig und auf seine Weise viel zu gut. Sicherlich ist er nicht für Jederman, allein schon weil er sehr abgefahren ist, aber all die Fanboys da draussen dürften genau das bekommen, was sie sich wünschen, nämlich ein Actionerlebnis aller erster Güte, wie sie es schon lange nicht mehr hatten.