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The Grey - Unter Wölfen 2012

Originaltitel: The Grey
von Anne Facompré / 21.02.12 22:38 Uhr


Film Kritik

117
Länder
USA
Genres
Action, Thriller, Drama, Abenteuer
Kinostart
12.04.2012

Handlung

In einem atemberaubenden Wettlauf gegen die Zeit liefern sich Mann und Wolf ein gnadenloses Duell um Leben und Tod. Nur gemeinsam als Gruppe können die Männer jetzt überleben. Jeder Fehltritt, jede Schwäche eines Einzelnen, kann sie das Leben kosten.

John Ottway (Liam Neeson) ist in Alaska bei einem Ölunternehmen angestellt, um dort die Bohrarbeiter vor wilden Tieren zu schützen. Er und ein Trupp Männer befinden sich auf dem Rückflug in die Heimat, als ihr Flugzeug in einen heftigen Sturm gerät und in der Wildnis abstürzt. Eisige Kälte empfängt die Männer in einer scheinbar unendlichen Schnee-Hölle. Die acht Überlebenden, die unterschiedlicher nicht sein könnten, versuchen sich in Richtung Süden durchzuschlagen – doch Hunger und Kälte sind nicht die größte Gefahr: Die Absturzstelle liegt inmitten eines Jagdreviers von Wölfen. Das Rudel hat die Männer bereits entdeckt und nimmt die unerbittliche Verfolgung auf.

Kritik

Nachdem sich Liam Neeson in den letzten Jahren mit Filmen wir "96 Stunden" und "Unknown Identity" den Ruf als Leading Man in Actionfilmen erspielt hat, macht er diesem nun auch in "The Grey - Unter Wölfen" alle Ehre.
Joe Carnahans Film ist eine gelungene Mischung aus Abenteuer, Action und Drama und bietet mit faszinierenden Landschaftsaufnahmen der kanadischen Provinz British Columbia zudem auch noch etwas fürs Auge.

Das Schöne an "The Grey - Unter Wölfen" ist, dass wahrhaftige menschliche Emotionen trotz des Actionanteils im Film nicht zu kurz kommen, weinende Männer, die dem Tode ins Auge sehen gibt es hier genauso wie Verzweiflung, Angst und Hoffnungslosigkeit. Das weniger Schöne ist, dass die Handlung relativ voraussehbar ist. Dass Liam Neesons Figur Ottway der Held des Abenteuers wird, ist nicht nur nach den ersten paar Sequenzen, sondern bereits bei einem bloßen Blick auf das Filmplakat klar und nachdem sieben der Ölarbeiter den Flugzeugabsturz in der Schneewüste überlebt haben, steht es außer Frage, dass Otway der Anführer der Truppe wird. Als der erste Arbeiter dem Angriff blutrünstiger Wölfe zum Opfer fällt, machen sich die Männer auf die Flucht. Ein Kampf gegen die Zeit, den eigenen Körper, die wilden Wölfe und nicht zuletzt die unbarmherzige Landschaft beginnt. Obwohl Carnahan dem üblichen Horror-Flick Prinzip nachgeht, dem zu Folge einer nach dem anderen von den Wölfen zerfleischt und die Anzahl der Männer stetig dezimiert wird, verliert man die Lust an dem Film nicht. Ja, voraussehbar schon, aber dennoch spannend. Für den Zyniker nicht zuletzt deswegen, weil die Tode auf unterschiedlichste und kreative Weise herbei geführt werden, für den Romantiker deswegen, weil die Männer sich durch ihre Begegnung mit der Wildnis allesamt auf das Wesentliche besinnen: auf die Familie, die Liebe, die Hoffnung. Und so klischeehaft dies auch klingt, Carnahan vermag es, die Männer verletzlich und verzweifelt darzustellen, ohne dabei zu dramatisieren oder zu weinerlich zu werden.

Wie es das Schicksal so will, sind die Überlebenden des Flugzeugabsturzes natürlich grundverschieden, dort gibt es Familienväter wie Hendrick (Dallas Roberts) und Burke (Nonso Anozie), den typischen tough-guy Womanizer Flannery (Joe Anderson), den Unsympathen Diaz (Frank Grillo) und nicht zuletzt unseren Helden Ottaway, den Einzelgänger, der mit dem Leben aufgrund eines Schicksalschlages eigentlich schon abgeschlossen hat und sich nun dennoch dazu berufen fühlt, für sie alle ums Überleben zu kämpfen.

Was man dem Film überlassen muss ist der lediglich moderate Einsatz von überschwänglichen Actionsequenzen. Hier gibt es keine Gun Fights, keine Explosionen und bis auf den Flugzeugabsturz nur wenige Special Effects. Stattdessen wird sich auf die Natur besonnen, diese übermenschliche Kraft, die letzten Endes viel schwerer zu besiegen ist als ein bewaffneter Gegner. Die Wildnis lässt sich nicht überlisten und im direkten Kampf haben unsere Männer wenig Chancen gegen das bissige Wolfsrudel, für welches erfreulicherweise echte Wölfe trainiert wurden, die wesentlich realistischer wirken als ihre Twilight-artigen animierten Artverwandten. Obwohl Ottaway mehrmals beschwört, dass die Wölfe sich lediglich in ihrem Revier bedroht fühlen und keinesfalls 'böse' sind, lassen die heimtückischen Angriffe der Tiere leider auf anderes schließen. "The Grey - Unter Wölfen" birgt hier Potential, für den Wolf das zu werden, was "Der weiße Hai" für die großen Fische war: eine grobe Missrepräsantation der Art, die zu fehlgeleitetem Hass führt, aber das sei einmal so dahingestellt. Bis auf die etwas entartete Darstellung der Vierbeiner, die Hundeliebhabern übel aufstoßen dürfte, wird sich bei "The Grey - Unter Wölfen" aber auf sehr realistische und ursprüngliche Komponenten konzentriert; allem voran der Kampf zwischen Mann und Natur und die Tatsache dass, mögen wir auch noch so zivilisiert sein und wissen, wie wir die Erde am besten ausbeuten und aus Öl Geld gewinnen, wenn es zum direkten Aufeinandertreffen kommt, haben wir der Natur nichts entgegenzuhalten.

Fazit: Gespickt mit Spannungsmomenten und grausigen Todesfällen, ist "The Grey - Unter Wölfen" eine Mischung aus Jack London Abenteuer und dezentem Horrorfilm, welche vor allem durch die emotionale Erreichbarkeit der Figuren überzeugt und dadurch, dass, im Angesicht der Wildnis, dem Leben und dem Tod mit angemessenem Respekt begegnet wird.

Kommentare


tarantino
21.02.12 21:56 Uhr

Klasse Kritik die micht darin bestärkt den Film nicht im Kino zu sehen.


EastClintwood
21.02.12 23:46 Uhr

Super geschrieben! Hört sich eigentlich so an, wie ich in mir vorgestellt habe und wünsche ... im positiven Sinne. Danke dafür :)


MIKE
95
22.02.12 00:33 Uhr

Sehr gute Kritik und sie bestärkt meine Meinung dass Joe Carnahan was auf den Kasten und das ich ihn mir im Kino ansehen werde.


Reeler
22.02.12 11:03 Uhr

Die Sneakprognosen stehen gut, ich hoffe Grey kommt heute :)


siBBe
65
28.02.12 19:51 Uhr

Insgesamt ein ganz guter Film, an dem mich allerings ein paar Dinge gestört haben. Erst einmal zum Positiven: Liam Neeon ist einfach eine verdammt coole Sau. Auch in The Grey sehen wir ihn wieder einmal so, wie wir ihn lieben. Mir gefiel die Atmosphäre, die hier geschaffen wird. Meist sind es ruhige Bilder einer Eishölle, die zusammen mit der schönen ruhigen Musik einfach toll zusammen wirken.

Die Wölfe fand ich ziemlich komisch. Waren einfach schon ZU aggressiv die Biester, das war eigentlich schon ein Horrorfilm und kein realistischer Thriller. Nun gut, wenn man sich damit anfreunden kann, wird man immerhin mit vielen spannenden Momenten belohnt, und ich muss auch gleich sagen, ich habe mich lange nicht mehr so erschrocken wie in diesem Film hier. Bin kein Typ, der in Horrorfilmen leicht zu erschrecken ist, aber The Grey hat schon ein paar ganz üble Schocker parat.

Aber nochmal zu den Wölfen, was mich noch gestört hat ist der Anführer des Rudels, die Rolle die ihm hier im Film verpasst wird. Ich weiss nich inwiefern das in der Natur der Fall ist, sicherlich haben Rudel ihren Anführer, aber in der Form, wie das im Film (vor allem im Finale) dargestellt wird kann ichs nicht ganz ernst nehmen.

Somit gleich zum Finale: Kurz und knapp ohne zu spoilern: Ich fands enttäuschend

So schön die Aufnahmen auch sind, sobald es hektisch wird, wird mit der Kamera auch ordentlich gewackelt, zu viel für meinen GEschmack, ich hab in solchen Szenen kaum noch was erkannt.

Fazit: Schön gemachter Thriller mit einem tollen Liam Neeson, schönen Bildern und spannenden Momenten, der an der ein oder anderen Stelle aber an einigen Patzern leidet und nicht immer sehr realistisch daher kommt. Kann man damit leben, lohnt sich das Anschauen


bogi86
02.03.12 18:25 Uhr

lol, echte Wölfe?
Also im Trailer sah das nach CGI aus, find ich :D
muss ich mir doch direkt nochmal anschauen...


Anne
72
13.03.12 10:23 Uhr

Die meisten sind auch CGI, aber für einige Szenen, besonders close ups, waren sie dann doch echt. Die animierten sind nur so mittelmäßig gelungen, würde ich sage.. :s


kirschkatze
20.03.12 20:26 Uhr

Also, er schien mir anfangs sehr vielversprechend. Toll inszenierter Flugzeugabsturz mit guten Sounds, sehr bedrückende, beklemmende Einstiegsstimmung mit schönem Schneegestöber, welches einem gut dabei half die schlecht animierten Wölfe zu übersehen, welche jedoch kaputtgemacht wurde durch den starken Einsatz von schon 30000000 mal gesehen Klischees.
Die Gruppe die übrig bleibt, hat den typischen Rebell, der alles ausspricht, was die Drehbuchautoren schon immer mal sagen wollten, sich jedoch nie trauten, den großen, schwarzen Teddybärsoftie, den Experten (ok, ohne wärs doof, ich weiss!) der um alle anderen zu retten seine suizidalen Gedanken vergisst und/oder neuen Lebensmut gewinnt . Auch eine gleichmäßige Verteilung auf alle Ethnien ist erfolgt, was ich sehr begrüße. Der Film beinhaltet die klassische Wandlung vom Rebellen/Alleshasser (oder auch Muffischlumpf) zum Freund, der sich opfert, damit die anderen durch ihn nicht behindert werden.

Aber meine absolute Lieblingswandlung war die religiöse des Protagonisten, binnen eines Tages verleitet ihn diese furchtbare Situation, dazu diesen Gott, an den er vorher nicht glauben könnte, weil er zu klug dafür ist, regelrecht anzuflehen, etwas zu tun...

Mein Fazit : vorhersehbar, kitschig, klischeebelastet, schlecht animiert (Dann zeigt halt keine Großaufnahmen!!!).

Nicht so gut, wie ich es mir erhoffte.


kirschkatze
20.03.12 20:43 Uhr

merci :)


Soulburn
25.03.12 21:11 Uhr

Bin ja Fan von Survival-Filmen, aber "The Grey" wird es definitiv nicht in meine Top 10 schaffen. Alle wichtigen Zutaten sind eigentlich da und ich mag auch das Setting. Liam Neeson ist eh immer gern gesehen und ist auch hier einfach nur cool.
Aber wie schon im Kommentar über mir zu lesen ist, werden mir dann doch auch zu viele Klischees bedient. Abgesehen davon gibt es auch einige Stellen, die sich einfach elend in die Länge ziehen. Gerade die vielen Lagerfeuer--Gespräche hätte man teils etwas kürzen können.
Hätte mir allgemein etwas mehr Tempo und Action gewünscht, denn sehr realistisch ist der Film sowieso nicht (die Wölfe!).
Unbefriedigend auch der Schluss. Es hätte zwar kein typisches Hollywood-Ende werden müssen, aber zumindest hätte man die Story zuende erzählen können.