The Lady - Ein geteiltes Herz 2011
Originaltitel: Dans la lumière
von Lina Wolff /
05.02.12 19:01 Uhr
Film Kritik
Handlung
„Please use your Liberty to promote ours.“
Rangun im Jahre 1947: Kommandeur der Burma Independence Army (BIA) und Präsident der Anti-Fascist People's Freedom League (AFPFL) Aung San, der sich für die Unabhängigkeit und Demokratisierung Birmas stark machte, wurde bei einer wichtigen Kabinettsitzung vom Militär brutal ermordet. Für das Volk Birmas wurde er zu einem wichtigen Nationalhelden. 40 Jahre später kehrt seine mittlerweile 43-jährige Tochter Aung San Suu Kyi (Michelle Yeoh), die mit ihrem Ehemann Michael Aris (David Thewlis), und ihren zwei Söhnen in Oxford lebt, aufgrund eines Schlaganfalls ihrer Mutter zurück nach Birma, um sie zu pflegen. Dort muss sie die brutalen Niederschlagungen der Volksunruhen durch das Terror-Regime von General Ne Win (Hzun Lin) hautnah miterleben und als Regimegegner und Anhänger ihres Vaters Suu Kyi bitten, sich für die Demokratisierung Birmas einzusetzen, willigt sie ein. Mit dem Märtyrertod ihres Vaters im Rücken, erlangt sie beim Volk uneingeschränktes Gehör und wird für die Militärregierung zu einem empfindlichen Dorn im Auge. Um einen weiteren Märtyrertod zu verhindern, wird Suu Kyi unter Hausarrest gestellt und viele ihrer Parteiangehörigen in menschenunwürdige Gefangenenlager gesperrt. Die Inhaftierung und vollkommene Isolation von der Außenwelt und ihrer Familie in ihrem Anwesen in Rangun soll über 15 Jahre andauern...Kritik
Kommentare
Wow hammer Kritik! Kann's kaum erwarten, dass der endlich ins Kino kommt :) Weiterer Pflichttermin im heurigen Jahr =)
THE LADY ist einer jener Filme, die sich ins Herz einschreiben und dort einen ganz besonderen Platz behalten. Schockierend, anrührend, kritisch und nur mit der nötigen Sentimentalität versehen, die ein Porträt braucht, um der Freiheitskämpferin, Politikerin und Friedensbotschafterin Aung San Suu Kyi ein Denkmal zu setzen. Sie stellte sich mit ihrer sanften Revolution gegen das herrschende Militärregime in ihrem Heimatland entgegen.
Luc Besson fand die richtigen Worte, die perfekte Darstellerin, einen eindringlichen Soundtrack und die notwendigen Bilder um ihre nach wie vor bedrohliche Situation zu verdeutlichen.
Es ist keine seiner üblichen Heroinnen, ganz im Gegenteil: mit Demut, Ruhe und einer von Innen strahlenden Kraft feiert sie keine Siege und nimmt große persönliche Niederlagen mit Fassung hin. Ein beeindruckendes Plädoyer für Frieden und Menschlichkeit.
Michelle Yeoh und David Thewlis stehen sich in ihren Rollen als sich innig liebendes Ehepaar in nichts nach und weil eben ihr privates Schicksal genauso viel Platz im Leben der unter Arrest gestandenen Friedensnobelpreisträgerin einnimmt, erhält der Film ein wunderbares Gleichgewicht zwischen privater Geschichte und politischer Dokumentation von aktuellen Ereignissen, die die Welt erschütterten und durch den Film eine viel größere Aufmerksamkeit erhalten – zumindest würde ich mir das für Aung San Suu Kyi und ihrem Kampf um ein freies Burma wünschen.
Schaut euch diesen Film an – Ein Meisterwerk mit glatten 6 Sternen! Das ich übrigens Luc Besson nicht zugetraut hätte.
Eine sehr gute Kritik, die die wichtigen und bewegenden Momente noch einmal auf den Punkt bringt!
Klingt jist a richtig gut ausgefallen. Luc Besson macht eh oft gute Filme und die Kritik liest sich sehr gut und steigert die Vorfreude auf diesen Film noch einmal enorm, zumindestens bei mir.
WOW 6 Sterne! Ich steh ja gar nicht auf Biopics.. aber das hier klingt verdammt gut. Besonders schön finde ich, dass Besson wohl in erster Linie einen Film macht und keine 1:1 Nacherzählung ihres Lebens. Das klingt jetzt zwar banal, aber ich hab bei vielen Biopics das Gefühl, dass "filmische Rahmenbedingungen" aufgrund von allzu getreuer Umsetzung vernachlässigt werden, was auch der Grund dafür ist, dass ich sie meistens nicht mag. Aber wie ich der Kritik hier entnehme, ist dem nicht so und da wohl auch sonst alles perfekt passt, wird der geguckt! :)
War vorher schon einer meiner Most Wanteds und ist jetzt nach der tollen Kritik von Lina und Divas Kommentar noch mehr wanted!
So nun habe ich endlich einen meiner ganz großen Most Wanteds sehen können. Fand den Film wirklich gut, nur leider doch ein klein wenig hinter meinen doch riesigen Erwartungen. Woran lags? Kann ich im Moment auch noch nicht wirklich sagen, vll muss ich das ganze noch etwas sacken lassen, aber spontan würde ich sagen, dass ich mich an einigen Kleinigkeiten gestört habe und dass der Film mich emotional nicht so angesprochen hat, wie ich es gehofft habe und wie die Trailer es vorab taten.
The Lady ist in wunderschönen Bildern gedreht, insofern hat Luc Besson ganze Arbeit geleistet. Der Soundtrack dazu ist passend, Michelle Yeoh finde ich sowieso total klasse, und das ist sie auch hier ohne Frage. Einfach eine tolle Frau. Gab auch einige großartige Momente die mich sehr angesprochen haben und generell ist die ganze Geschichte natürlich interessant.
Gestört haben mich hier die Bösen, die Gegner der Demokratie, die irgendwie etwas lächerlich rüberkamen. Dann fehlte mir vll auch etwas mehr vom Politischen, vieles wird einfach zu schnell abgehandelt ohne wirklich darauf einzugehen. Steht auch schon oben in der Kritik, kann ich also voll und ganz unterstreichen. Der Schwerpunkt wird auf Aung San Suu Kyi gelegt. Finde ich generell nicht schlecht, nur hätte der Film mich vll noch ein wenig mehr emotional packen müssen, damit ich ihn eben auf diese Weise akzeptiere und schätze.
Dennoch ein wirklich guter Film, den es sich lohnt anzusehen. Etwas enttäuschend für mich persönlich, weil ich hier etwas wirklich gigantisches erwartet habe, und das nun nicht eingetroffen ist, aber andere werden sicherlich nicht mit solch einer Erwartungshaltung wie ich reingehen, und hinterher dann auch weniger traurig sein als ich. Schaut ihn euch an, lohnt sich.
ich verfolge das leben von suu kyi seitdem ich ende der 90er mal nen werbestpot von AI auf mtv gesehen habe. somit habe ich der verfilmung final doch sehr entgegengefiebert und wurde nicht wirklich enttäuscht.
wenn lina in der kritik jetzt volle punkte verteilt, kann ich da nichts gegen sagen, obwohl es bei mir lange nicht zur spitzenwertung reicht. die einen interessieren sich dann mehr für die frau in der politischen figur als andere. bei mir ist es so, dass ich in diesem tollen setting von besson gern mehr vom wahlkampf/den gescheiterten wahlen und mehreren stationen des hausarrest gesehen hätte. die gab es leider nicht, aber das ist halt dann der schwerpunkt des films und macht ihn nicht wirklich schlechter, sondern verfehlt nur meine persönliche herangehensweise an das thema.
toll gespielt, thewlis und yeoh nehmen sich nichts, zumal beide charaktere interessante wegpunkte aufweisen können.
das einzige, was mich filmisch arg gestört hat, war die militärische führung des films. diese war mir zu "filmbösewicht" - mäßig gehalten und sollte nicht zu witzifiguren verkommen, was teilweise so genutzt wurde um ein bisschen zug in den film zu bringen.
schöner film, leider mir persönlich zu wenig birma/politik/unterdrückte partei.


