Wenn es in Transformers kracht, dann aber gewaltig. Die beiden Vorgänger haben dem Zuschauer schon ordentlich was auf die Augen und Ohren gegeben, und hier setzt Michael Bay nochmal einen drauf. In der zweiten Hälfte des Films holt Michael Bay zum Rundumschlag aus. Mit dem erklärten Ziel das Action-Genre neu zu definieren, rammt er den Zuschauer förmlich in die Kinosessel. Mit der wohl furiosesten Autobahn-Verfolgungsjagd der Filmgeschichte, und dem vollen Erlebnis in 3D, fällt garantiert jedem Zuschauer die Kinnlade auf den Fußboden. Wer dachte, dass Bay mit
"Bad Boys 2" bereits alle Register gezogen hat, was Highway-Massen-Karambolagen angeht, wird hier eines besseren belehrt. Und kaum ist man aus dem Staunen raus, geht die Schlacht erst richtig los, wenn Chicago komplett in Schutt und Asche gelegt wird. Die Decepticons haben Chicago eingenommen und es gegen Luftangriffe jeglicher Art geschützt. Alle Einwohner werden ausfindig gemacht und regelrecht ausgerottet und in mitten der Zerstörung und Eliminierung der Menschen macht sich Sam auf die Suche nach Carly.
Michael Bay hat sich den Bürokomplex von Chicago als Spielwiese ausgesucht, um dem Zuschauer auf eine Reise mitzunehmen, in der er die Regeln der Physik, die Zerstörung von Objekten, die Explosionen von Fahrzeugen und den Mut einiger weniger Menschen neu definiert. In den letzten 40 Minuten lässt er den Zuschauer nicht mehr zu Atem kommen, eine Action-Szene folgt der anderen, jede besser und größer als die Vorherige. Der Zuschauer kriegt alles geboten, Mensch gegen Roboter, Roboter gegen Roboter und Mensch gegen Mensch, von Fernkampf bis Nahkampf. Am Ende wird kein Stein auf den Anderen gelassen, keine Schraube sitzt mehr fest und der Lack sieht auch ziemlich mitgenommen aus. Wenn sich riesige Roboter in 3D eine Schlacht mitten in einer Großstadt liefern, ist es die wohl atemberaubendste Action-Szenerie der Filmgeschichte.
Die Special-Effects stellen alles bisherige in den Schatten. Nachdem man
"Dark of the Moon" in 3D gesehen hat, kommen einem die bisherigen Sci-Fi Filme im Vergleich wie schwarz-weiß Filme aus den 30er Jahren vor. Alles wirkt lebensecht, ob Mensch oder Roboter. Was nutzen einem die besten Effekte und die größten Schlachten, wenn man sich das ganze in Mono anhört? Ganz nach dem Motto, Klotzen statt Kleckern, setzt der Film auch neue Maßstäbe beim Sound-Design. Wenn sich ein Auto verwandelt und man so ziemlich jede Schraube hören kann, oder bei jedem Einschlag eines Schusses das eigene Trommelfell und das ganze Kino vibrieren, dann hat der Film was richtig gemacht. Bombastische Sound-Effekten gepaart mit einem grandiosen Soundtrack runden das Spektakel ab.
Man mag ja von
Michael Bay halten was man will, aber keiner im Filmbusiness versteht es Action und Explosionen so zu drehen wie er, nicht umsonst gilt er als der
"Master of Destruction" (Meister der Zerstörung). Er ist für seine schnellen Schnitte und Farbfilter bekannt, und eigentlich müsste vor jedem seiner Filme die Warnung vor epileptischen Anfällen kommen. Bei 3D-Filmen muss man eine Szene mindestens 2-3 Sekunden stillhalten, um dem menschlichen Gehirn die Zeit zu geben, alles visuelle zu verarbeiten. Schnelle Schnitte machen alles nur kaputt und führen zu Kopfschmerzen.
Michael Bay hat seinen Drehstil für den Film angepasst und setzt auf lange steady-shots, womit er es schafft den wohl bisher besten 3D-Film abzuliefern. Ja mit besten Film meine ich mindestens genauso gut wie
AVATAR. Auf die Frage, wie es war seinen ersten 3D Film zu drehen, hat er folgendes geantwortet (original Zitat).
"If it ain't shot in 3D then there is no f*cking point of it being 3D, and thats about as blunt and beautiful as the answer gets. I mean did you see such films as The Last Airbender or Clash of the Titans, they were mockeries and shambles to the power of 3D and what it is capable of. In brief term, you can't turn a 2D film, which was initially planned and created as a 2D film into a 3D film, it just doesn't work, because it was never meant to be 3D, because it was perceived and created in 2D."Es macht also keinen Sinn einen Film im Nachhinein von 2D in 3D zu konvertieren. Um das volle Potential von 3D ausnutzen zu können, muss man den kompletten Film in 3D drehen.
Michael Bay hat sich dabei der Crew von
AVATAR und dem Equipment und Know-How von
James Cameron bedient. Und das Endergebnis ist absolut phänomenal, ein richtiger Augenschmaus.
Während
"Transformers: Die Rache" es nicht geschafft hat bei den Zuschauern jegliche Emotionen zu wecken, kriegt es Michael Bay diesmal sogar an vielen Stellen hin. Der Film ist nicht ganz so patriotisch angelegt, wie es bei Bay eigentlich üblich ist. Es gibt jedoch genügend Stellen, wo der eine oder andere doch emotional berührt wird.
Schauspielerisch geben alle eine gute Figur ab.
LaBeouf ist LaBeouf: entweder man mag ihn, oder man hasst ihn. Ich für meinen Teil mag ihn, und finde ihn super besetzt in der Rolle des Sam Witwicky. Viele Fans weigern sich den Film zu schauen, da
Megan Fox nicht mehr dabei ist.
Huntington-Whiteley macht ihren Job jedoch sehr gut, sie sieht mindestens genauso gut aus und schauspielerisch ist sie auch nicht schlechter. Vorteilhaft für sie ist jedoch, dass sie wirklich eine Rolle zu füllen hat und zur Geschichte beiträgt, und nicht nur schönes Beiwerk ist. Weil seien wir mal ehrlich, haben wir uns nicht alle immer gefragt, wieso zum Geier Mikaela an Stellen auftaucht, wo sie eigentlich nichts zu suchen hat? Wieso muss sie bei allen Abenteuern dabei sein, und in allen Action-Einstellungen zu sehen sein? Story-technisch war das alles ziemlich mies. Schade für
Megan Fox, aber so ist das Leben: Mal verliert man, und mal gewinnen die Anderen.
Neben den üblichen Verdächtigen
John Turturro,
Josh Duhamel und
Tyrese Gibson, die wieder ihre Rollen einnehmen, wenn auch mit kleinen Weiterentwicklungen, gesellen sich mit
John Malkovich,
Frances McDormand und
Patrick Dempsey gleich drei Hochkaräter zum Cast. Und wenn man das so liest könnte man fast denken, man ist in einem Coen-Brothers Film gelandet. Alle Drei spielen ihren Part mit Bravour. Besonders John Malkovich hat mit seiner Rolle als Boss von Sam einige Lacher auf seiner Seite. Frances McDormand spielt im Auftrag des Verteidigungsministeriums die neu und strikte Befehlshaberin von NEST, und kann es nicht leiden, wenn sich Teenager in geheime und lebensgefährliche Missionen verwickeln. Sie macht Sam deutlich, dass er ab jetzt nicht mehr gebraucht wird,
"Du bist kein Soldat; Du bist der Botschafter". Patrick Dempsey schafft es seine übliche charmante Rolle abzulegen, und einen wirklichen Kotzbrocken zu spielen, bei dem einige Schaltungen durchgebrannt sind, und der die Weltherrschaft anstrebt.
Hiermit appelliere ich an alle Leser, bitte geht in die Kinos und schaut euch dieses einmalige Ereignis im größten und besten Kino eurer Wahl an, denn es wäre eine Schande, dieses technische Meisterwerk auf dem kleinen Bildschirm zu Hause anzuschauen. Es wäre weiterhin eine Schande, wenn am Ende
"Transformers: Revenge of the Fallen" der erfolgreichste Film aus der Trilogie bleibt. Wenn nicht für die Story, dann schaut ihn wenigstens für die atemberaubenden und überwältigenden Action-Szenen und Special-Effects an. Ich gebe euch mein Wort, ihr werdet keinesfalls enttäuscht das Kino verlassen.
Fazit: Michael Bay liefert ein fulminant furioses Action-Spektakel der Superlative ab, welches die Meßlatte für Sommer-Blockbuster unerreichbar hoch setzt. Er fackelt die wohl größte und atemberaubendste Action-Orgie der Filmgeschichte ab. Monstermäßige Special-Effects, bombastischer Sound und die wohl beste 3D-Umsetzung seit AVATAR runden das Vergnügen ab. Es sind Filme wie "Transformers: Dark of the Moon" für welches das Kino erfunden wurde. Es ist ein Ereignis wie damals, als man Terminator 2 das Erste mal geschaut hat.